#Test DriveNow und das Kreditkarten-Problem

Vor gut einem Jahr berichteten wir auf einer Agenturseite über DriveNow und dass wir vom Carsharing-Dienst begeistert sind. Seitdem sind wir regelmäßige Nutzer mit wöchentlichen Fahrten.

Gestern hat die Begeisterung allerdings einen Riss in der Fassade bekommen; denn wir erhalten seit wenigen Tagen sofort E-Mails zu jeder Transaktion unserer Kreditkarte.

Bei Stundenpaketen sichert DriveNow das knapp 4-fache des eigentlichen Umsatzes ab und zieht zusätzlich noch den fälligen Betrag ein. Doch der Reihe nach.

DriveNow und das Kreditkarten-Problem
DriveNow und das Kreditkarten-Problem

Es ist ja klar; sobald man ein Fahrzeug bucht, blockiert DriveNow zur Sicherheit eine Kaution in Höhe von ca. 25,- € auf dem hinterlegten Zahlungsmittel. Dass später der Endbetrag der verursachten Nutzungskosten abgebucht wird, ist natürlich auch völlig in Ordnung.

Dass aber insgesamt fünf (!) Transaktionen bei einem Stundenpaket entstehen, ist uns völlig unverständlich. Hier die Historie (gebuchtes Stundenpaket am 24. August 2015, drei Stunden für 29,- €):

1. -> 14:05 Uhr: Reservierung = 22,97 € für die Kaution geblockt -> Okay.
2. -> 14:16 Uhr: Start = 29,00 € für das Stundenpaket geblockt-> Okay.
3. -> 14:17 Uhr: Start = 29,00 € für das Stundenpaket geblockt-> Warum doppelt?
4. -> 17:18 Uhr: Ende = 30,20 € für den Endbetrag geblockt-> Warum nicht gleich abgebucht?

Bis hierhin sind 111,17 € geblockt, obwohl es lediglich um einen Rechnungsbetrag in Höhe von 30,20 € geht. Warum das Stundenpaket gleich doppelt belastet wird, ist bei noch so starkem Nachdenken nicht plausibel. Somit handelt es sich um den knapp 4-fachen Betrag, der auf der Kreditkarte geblockt wird.

5. -> In drei bis vier Tagen: 30,20 € werden als Rechnungsbetrag abgebucht -> Okay.

Die Kaution und die anderen geblockten Beträge werden ja irgendwann wieder freigegeben. Wann, können wir leider nicht sagen. Nach 24 Stunden war dies noch nicht der Fall.

Es geht hier auch um verhältnismäßig überschaubare Summen. Aber dass soviele Transaktionen für einen einzigen Betrag notwendig sind, ist doch ein Witz. Ein Anruf bei der Hotline brachte kein Ergebnis. Die jungen Leute im Call-Center sind auf solche Fragen nicht gebrieft.

Eine E-Mail an den Service lieferte nach 24 Stunden folgende Antwort: „Liebes DriveNow Mitglied, wir haben Sie nicht vergessen! Leider verzögert sich die Bearbeitung Ihrer Anfrage aufgrund eines sehr hohen E-Mail-Aufkommens. Bitte haben Sie noch ein wenig Geduld. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Freundliche Grüße, Ihr DriveNow Serviceteam.“

Top, danke dafür, lieber Abwesenheits-Assistent mit der Adresse „noreply@drive-now.com“. Ob das „hohe E-Mail-Aufkommen“ wohl mit Kreditkarten-Abbuchungen bei den Kunden zu tun hat oder ob das überhaupt jemand liest?

Fazit: Na dann, auch wenn DriveNow aus unserer Sicht aufgrund der schönen Fahrzeuge vorne ist im Markt der Carsharing-Anbieter – die Kreditkarte so oft zum Glühen zu bringen, muss defintiv nicht sein! Ein Durchkommen mit diesem Anliegen ist nicht möglich. Vielleicht gibt es ja irgendwann nochmal eine plausible Antwort…

Foto: shots.media via iPhone

Update:

Einen Tag nach diesem Beitrag meldete sich der Kundenservice und versprach professionell klingend, dass man sich umgehend um unser Anliegen kümmern werden.

Außer, dass zwei Tage später der Rechnungsbetrag eingezogen wurde, ist bis zum 02. September 2015 allerdings nichts passiert.

Die Beträge sind immer noch geblockt ? Es gab keine Aufklärung zur doppelten Blockung des Betrages für das Stundenpaket. Schade, DriveNow…

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Jan-Christopher Sierks Verfasst von:

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