Blauer Himmel, sengende Sonne und das unverkennbare Donnern von Strahltriebwerken über dem Fliegerhorst Laage bei Rostock: Der Tag der Bundeswehr wurde hier am letzten Wochenende zum absoluten Spektakel.
Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Luftwaffe öffnete der Stützpunkt seine Tore und zeigte sich in seiner ganzen Faszination – von historischen Ikonen der Nachkriegsluftfahrt über hochmoderne Einsatzjets bis hin zu den Technologien von morgen.
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MiG-29, Eurofighter, Tornado
Was an diesem Tag den Atem stocken ließ: Gleich zwei Exemplare der äußerst raren „Cobra“-MiG-29 – bekannt für ihre spektakulären Manövrierfähigkeiten – standen Seite an Seite mit einem Schwarm Eurofighter auf dem Vorfeld.
Tornado-Jets komplettierten das Trio, das Luftfahrtherzen höher schlagen ließ. Drei Generationen Kampfluftfahrt in einem Bild – Laage lieferte genau das, wofür Airshows gemacht sind.
Die heimgekehrte MiG-29
Das emotionale Herzstück des Tages war jedoch ein ganz besonderer Gast mit einer ganz besonderen Geschichte: Eine der ausgemusterten MiG-29 kehrte symbolisch an ihren einstigen Stationierungsort zurück – Laage, wo die Maschinen noch lange seit der Wiedervereinigung fliegen.
Als greifbarer Zeitzeuge steht sie für jene kurze Entspannungsphase, in der Ost und West näher zusammenrückten. Und zwar bevor neue geopolitische Spannungsfelder entstanden. Dass dieser Jet nun der Zivilgesellschaft präsentiert wird, trägt eine stille, aber kraftvolle Botschaft in sich.

Polen mit MiG-29 aus Malbork
Als wäre das nicht genug, komplettierten Gäste aus dem Nachbarland das Bild: Eine weitere, aktiv im Dienst stehende MiG-29 des „41. Eskadra Lotnictwa Taktycznego, 22. Baza Lotnictwa Taktycznego aus Malbork“ war vor Ort.
Samt zwei Piloten, die trotz Sprachbarrieren mit Offenheit und Herzlichkeit überzeugten. Ein starkes Zeichen der NATO-Verbundenheit im direkten, persönlichen Miteinander.
Wer hat davon gewusst?
Der Tag bot endlich das, was politische Debatten selten leisten: echte, erlebbare Sicherheit. Wer die Eurofighter im Tiefflug über sich donnern hörte und die Präzision der Piloten aus nächster Nähe erlebte, brauchte keine weiteren Worte über Deutschlands wachsende Verteidigungsfähigkeit. Visuell und akustisch ein absoluter Sinnesrausch.
Dabei bleibt eine berechtigte Frage im Raum: Warum wurde dieses Event nicht gezielt in bevölkerungsreiche Industriezentren wie das Ruhrgebiet kommuniziert?

Laage wird zum Kompetenzzentrum
Ein durchdachtes PR- und Aufklärungskonzept hätte genau dort ein Gefühl von Sicherheit und Stärke vermitteln können, wo es am meisten gebraucht wird. Diskussionen über Sinn und Notwendigkeit von Verteidigung wären schlicht überflüssig geworden.
Über die spektakuläre Flugshow hinaus gibt es Grund zur Freude: Der Fliegerhorst Laage soll zum Vorzeige-„Luftwaffe Competence and Logistics Center“ ausgebaut werden.
Kommodore Gentzsch und seiner außergewöhnlichen Mannschaft gebührt dafür aufrichtiger Glückwunsch – sie haben an diesem Tag eindrucksvoll bewiesen, was Laage kann und was es noch werden wird…
Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: Jörg Schützdeller, Udo Stern
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