Hitze bestimmt derzeit die Nachrichtenlage – und rückt damit auch ein Thema in den Fokus, das viele Autofahrer unterschätzen: das Verhalten von Reifen bei extremer Hitze und stark aufgeheizten Fahrbahnen.
Moderne Qualitätsreifen sind zwar grundsätzlich für hohe Temperaturen und thermische Belastungen im Fahrbetrieb ausgelegt, doch gerade im Sommer entscheidet die richtige Wartung darüber, ob sie ihre vollen Sicherheitsreserven ausspielen können.
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Wie Hitze die Belastung von Reifen erhöht
Im Fahrbetrieb entsteht Wärme vor allem durch die permanente Verformung des Reifens in der Aufstandsfläche, die sogenannte Walkarbeit.
Sie nimmt zu, wenn Reifen mit zu niedrigem Luftdruck, hoher Geschwindigkeit oder starker Beladung unterwegs sind. Kommen hohe Außentemperaturen und heißer Asphalt hinzu, steigt die thermische Beanspruchung zusätzlich an.
Der Reifenhersteller Hankook rät deshalb gerade während Hitzewellen zur regelmäßigen Kontrolle von Luftdruck, Profiltiefe und allgemeinem Reifenzustand.
Luftdruck richtig prüfen: Darauf kommt es an
Besonders wichtig ist die Kontrolle des Reifendrucks vor größeren Touren oder nach längeren Standzeiten – und zwar ausschließlich bei kalten Reifen. Wird der Druck bei warmem Reifen gemessen und dabei womöglich Luft abgelassen, entsteht nach dem Abkühlen ein zu niedriger Druck.
Die Folge: mehr Walkarbeit, stärkere Wärmeentwicklung, erhöhter Verschleiß und höherer Spritverbrauch – all das kann die Sicherheitsreserven des Reifens spürbar verringern. Hankook empfiehlt daher, den Reifendruck regelmäßig und stets im kalten Zustand zu prüfen und sich dabei an den Herstellerangaben zu orientieren, die sich meist in der Tankklappe, an der B-Säule oder in der Betriebsanleitung finden.
Der jeweilige Beladungszustand sollte ebenfalls berücksichtigt werden, insbesondere vor Urlaubsfahrten mit viel Gepäck – bei voller Beladung ist der Druck entsprechend den Herstellervorgaben anzupassen. Aus warmgefahrenen Reifen sollte keinesfalls Luft abgelassen werden.
Warnmeldungen des Reifendruckkontrollsystems sind ernst zu nehmen, wobei zu beachten ist, dass nur aktive Systeme den tatsächlichen Druck anzeigen – die verbreiteten passiven Systeme ersetzen die manuelle Kontrolle nicht.

Heißer Asphalt als zusätzlicher Belastungsfaktor
Aufgeheizte Fahrbahnen erhöhen die Temperatur der Reifenoberfläche zusätzlich. Bei intakten, korrekt befüllten und passend belasteten Reifen ist das im normalen Fahrbetrieb kein Grund zur Sorge.
Kritisch kann es jedoch werden, wenn mehrere Risikofaktoren zusammentreffen: falscher Luftdruck, hohe Beladung, lange Autobahnetappen, Vorschäden oder ein fortgeschrittenes Reifenalter. Vor längeren Sommerfahrten – insbesondere vor Urlaubsreisen oder Fahrten mit voller Beladung – empfiehlt Hankook deshalb einen umfassenderen Reifencheck, der über die reine Luftdruckprüfung hinausgeht.
Dazu gehört die Kontrolle der Profiltiefe, da ausreichendes Profil die Fahrstabilität und den Nassgrip unterstützt, sowie eine Sichtprüfung auf Risse, Beulen, Schnitte oder eingefahrene Fremdkörper. Auch das Abriebbild sollte beachtet werden, denn ungleichmäßiger Verschleiß kann auf falschen Druck, Überlastung oder Fahrwerksprobleme hinweisen.
Lasten wie Dachbox, Anhänger oder Wohnwagen erhöhen die Reifenbelastung zusätzlich und machen eine Anpassung des Luftdrucks gemäß Betriebsanleitung erforderlich. Nicht zuletzt sollte das Alter der Reifen im Blick behalten werden – ältere Reifen verdienen eine besonders sorgfältige Prüfung.
Auch im Stand droht Gefahr durch Hitze
Nicht nur während der Fahrt, auch im Stand können Reifen bei Hitzewellen zusätzlich belastet werden. Fahrzeuge, die längere Zeit auf stark aufgeheiztem Asphalt stehen, sind lokaler Wärme, UV-Strahlung und statischer Last ausgesetzt.
Besonders bei zu niedrigem Luftdruck, hoher Fahrzeuglast oder langen Standzeiten kann dies Standplatten begünstigen und Alterungsprozesse beschleunigen. Relevant ist das vor allem für Fahrzeuge, die saisonal oder unregelmäßig genutzt werden, etwa Zweitwagen während der Urlaubszeit, Wohnmobile, Caravans, Anhänger oder Flottenfahrzeuge.
Für solche Standphasen empfiehlt sich, wo immer möglich, ein schattiger oder überdachter Parkplatz. Der Reifendruck sollte vor längerer Standzeit geprüft und gegebenenfalls an die Hinweise des Fahrzeugherstellers zur Stand- oder Maximallast-Befüllung angepasst werden.
Unnötige Zusatzlast während der Standzeit sollte vermieden und das Fahrzeug gelegentlich bewegt werden. Vor der Wiederinbetriebnahme lohnt sich zudem ein Blick auf mögliche Risse, Verformungen oder Beschädigungen. Bei Wohnmobilen, Caravans, Anhängern und Transportern ist besondere Aufmerksamkeit bei Last und Luftdruck gefragt.
Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: Petr Urbanek, Unsplash
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