Seit nun acht Tagen funktioniert bei Vodafone vielerorts nichts mehr, wenn es um DSL, Telefonie und TV geht. Ein unfassbares Desaster.

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Wann hat es das in der Historie des DSL in Deutschland schon einmal gegeben, dass ein Anbieter in einigen Regionen acht Tage nahezu offline ist? Ich konnte nichts Vergleichbares finden. Vodafone katapultiert sich also in Sachen „bester Offline-Anbieter“ aus dem Nichts auf Platz #1.

Alles beginnt mit einem unscheinbaren Blinken. Und zwar am Router. Wenn nicht alle LED’s am Einspielgerät des Internets schön gleichmäßig leuchten, sollte man meist einen kleinen Check vornehmen. An Vodafone-Routern entpuppte sich dieses Blinken nun zu einem wahren Nervenkrimi.

Denn seit mehr als einer Woche blinkt immer irgendetwas. Bedeutet: Der Router ist offline und kann keine Anbindung an all die Dienste ins Haus liefern, auf die wir mittlerweile angewiesen sind. Wlan? Weg. Internet? Weg. Streaming? Weg.

Router von Vodafone
Router von Vodafone

Was das im Jahr 2019 in einem modernen Haushalt bedeutet, kann sich jeder selbst denken. Also erst einmal raus auf die Terrasse, da ist mit dem Smartphone 4G-Empfang, und rauf auf Google: „Vodafone Störung.“

Es kommen Horrorbeiträge in etablierten Medien, nahezu ganz Vodafone-Deutschland muss quasi offline sein. Vodafone hat es geschafft, mittlerweile tagelang, tausende Meldungen bei allestörungen.de zu generieren. In Hamburg, Berlin, Leipzig, München, Frankfurt am Main, Nürnberg, Bremen, Hannover, Chemnitz und Stuttgart geht mit diesem Anbieter nichts mehr.

Die telefonische Hotline? Nicht mehr erreichbar. Also wird der Kundenservice angetwittert. Dort kommt nur ein allgemeines Blabla zurück, aber wenigstens scheint dort überhaupt noch jemand zu arbeiten.

Ist man im eigenen Zuhause, wird der Blickkontakt mit den LED’s des Routers zur Hoffnung, zur Enttäuschung, zur Wut und zur Resignation. Vodafone muss wohl tot sein. Da kommt nix. Es zuckt nicht mal mehr.

Aber in Social Media feiert sich Vodafone zeitgleich selbst. Bei uns geht das Internet nicht und die wollen mit Airbus ein Luftschiff aus 250 Kilometern an Entfernung steuern? Leute, Ihr kriegt es nicht mal hin, einen DSL-Anschluss am Laufen zu halten. Ich sehe das Luftschiff vor dem geistigen Auge – wie damals die legendäre Hindenburg – am Boden zerschellen.

Große Zukunftspläne bei Vodafone:

Der Hohn, wenn man viel zum Thema Vodafone googelt: Im Internet (also auf der Terrasse) laufen jetzt auf News-Seiten – schön Benutzer definiert – die neuen Werbespots von Vodafone. Alles mega, alles hyper, alles 5G und so, als ob ohne diesen Anbieter niemand mehr überhaupt ins Web kommt oder das Smartphone benutzen kann.

Das ist die von Vodafone selbsternannte „Gigabit Republik“. Ultra-peinlich. Mit Vodafone geht von den vorab genannten Hyper-Punkten nichts mehr, wie ich von Tag zu Tag mehr merke.

Vernetzte E-Scooter werden vom Anbieter ebenfalls noch angepriesen. Ob die überhaupt fahren? Wenn der eigene Anschluss nicht funktioniert – und damit die Basics von Vodafone – wirken die Postings wie der absolute sowie pure Größenwahn.

Kunden offline, Vodafone feiert sich ab:


Was ich bei all diesen Postings vermisse: Ein grundehrliches Statement à la: „Liebe Kundinnen und Kunden, seit einigen Tagen haben wir große Probleme mit einem Server und bitten Sie deswegen in verschiedenen Ballungsräumen um ein wenig Geduld, bis Ihre Internetanschlüsse wieder einwandfrei funktionieren. Über unsere Hotline erhalten Sie bis dahin aus Kulanz ein Datenvolumen für Ihren Mobilfunkanschluss, um Ihr Netzwerk weiterhin nutzen zu können. Vielen Dank für Ihr Verständnis!“

So einen Tweet konnte ich allerdings nicht finden. Was für ein Mega-Desaster bei Vodafone. Ich habe nun eine außerordentliche Sonderkündigung mit sofortiger Wirkung wegen nicht erbrachter Leistungen eingereicht.

Nach so vielen Tagen an Ausfall ist das möglich. Per Post, denn online weiß man ja nie genau beim besten Offline-Anbieter. Und den Router gucken wir mit dem Allerwertesten nicht mehr an…

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