Dass der Verbrauch von Plastik deutlich reduziert werden muss, darin sind sich alle einig. Die Stadt Kempen geht nun mit gutem Beispiel voran. Derzeit wird dort nämlich mit Hochdruck an einem Verbot von Plastikgeschirr und Besteck in der Gastronomie sowie auf öffentlichen Veranstaltungen gefeilt, das möglicherweise bereits ab dem Jahr 2021 auf Events gelten könnte.

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Wie die Westdeutsche Zeitung berichtet, soll mit dem beliebten Coffee to go sowie in Plastik verpackten Speisen schon bald Schluss sein. Zumindest für Kempen könnte diese Umstellung schneller kommen als gedacht. Das Problem ist, dass wir hierzulande schlichtweg zu viel Plastikmüll produzieren.

Alleine die Portion Pommes wird meist in Plastikschalen mitgegeben – verpackt in einer Plastiktüte. Es wird allerhöchste Zeit, neu zu denken und den Konsum herunterzuschrauben. Zumindest aber soll es auf Events sowie in der Gastronomie Alternativen zum Plastik geben.

EU Richtlinie als Leitbild

Am 29. Oktober dieses Jahres wird sich der Ausschuss für Umwelt, Planung und Klimaschutz in Kempen zusammensetzen und Einweg-Plastik auf Veranstaltungen verbieten. Diese neue Regel gilt offiziell ab 2021, man freut sich aber natürlich über jeden Veranstalter, der bereits jetzt damit beginnt, von Plastikgeschirr und dergleichen abzusehen. Auch Imbissbuden, Cafés sowie weitere gastronomische Einrichtungen sollten sich auf Änderungen einstellen.

Wann genau die in Kraft treten, das ist derzeit noch unklar. Die Verwaltung hat jedoch klare Ziele und orientiert sich damit an einer Richtlinie, die bereits von der Europäischen Union vorgegeben wurde. Vielen Bürgern war bisher allenfalls bekannt, dass es ab 2021 keine Plastikstrohhalme mehr geben wird. Allerdings gehen die Verantwortlichen der Stadt Kempen noch einen Schritt weiter und wollen der EU Richtlinie insoweit nachkommen, als dass auch Plastikteller, Becher und Bestecke verboten werden sollen.

So oder ähnlich sieht es bundesweit bei Großveranstaltungen aus.
So oder ähnlich sieht es bundesweit bei Großveranstaltungen aus.

Das gilt vor allen Dingen im Gewerbe – damit also auch auf Weihnachtsmärkten, Laufveranstaltungen und dergleichen. Am Konzept wird schon jetzt gearbeitet. Außerdem möchte man nachforschen, wie wirkungsvoll ein Verbot in anderen Kommunen ist.

Betriebe müssen sich umstellen

Ob nun Veranstalter von Sportwetten in Deutschland, Imbissbetriebe oder andere gastronomische Unternehmen: Sie alle sind dazu angehalten, auf alternative Materialien umzusteigen. Im Idealfall wird künftig Besteck und Geschirr verwendet, das kompostierbar ist und der Umwelt folglich keinen Schaden mehr zufügt. Denkbar wäre auch, ein Pfandsystem auf Veranstaltungen einzurichten.

Gäste hätten so die Möglichkeit, ihr Besteck und Geschirr wieder zurückzugeben, ohne die Umwelt zu belasten. In diesem Fall müssten jedoch Rückgabestellen eingerichtet werden. Das Geschirr würde gespült werden und könnte direkt wieder von den Betrieben genutzt werden. Auch das Sammeln des Mülls könnte zentral erfolgen.

Das Zeltfestival Ruhr hat es bereits vorgemacht. Allerdings sieht die Vorlage ein Problem, das gelöst werden muss: „Die Einführung eines solchen Systems muss durch den Ausrichter der jeweiligen Veranstaltung umgesetzt und finanziert werden.“ Schlussendlich braucht es neben den Sammelstellen auch Personal, das Müll sortiert und Geschirr für den nächsten Durchgang vorbereitet.

Alternativ wäre eben auch die Verwendung von kompostierbarem Geschirr denkbar. Würde man dieses für Veranstalter zur Pflicht machen, gäbe es sicher weniger Probleme – zumal der Aufwand deutlich geringer ist als beim Mehrweg-Pfandsystem.

Das Ende des Coffee to Go Bechers absehbar

Die Stadt Kempen hat vor allen Dingen die Imbissbetriebe, Cafés und Bäckereien im Visier. Sie erklärt: „Aufgrund der Problematik beim angestrebten Verbot von Einweggeschirr bei öffentlichen Veranstaltungen muss auch die Nutzung von Eingweggeschirr, -besteck und -bechern in Cafés, Bäckereien und Imbissbetrieben geregelt werden, Bäckereien, Cafés und Imbissbetriebe im Fokus. In enger Abstimmung mit dem Werbering müssen hier Lösungsansätze bzw. Lösungen gefunden werden, wie eine Umsetzung erfolgen kann.“

Plastikmüll wird häufig an Stränden weltweit angespült.
Plastikmüll wird häufig an Stränden weltweit angespült.

Der beliebte Coffee to go Becher aus Plastik hat also schon bald ausgedient. Sicher werden sich die Betreiber in der Gastronomie aber Alternativen einfallen lassen. Das Problem sind die hierzulande geltenden und strengen Hygienevorschriften, die der Nutzung mitgebrachter Becher und auch Vorratsdosen beim Kauf von Lebensmitteln einen Strich durch die Rechnung machen.

Es gilt also für die Kommunen, die Vorschriften zu lockern und nach Lösungen zu suchen, die für Kunden und Gastronomie annehmbar sind…

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