Kaum eine textile Innovation hat den Fashion-Alltag so verändert wie die Nylons. Die von DuPont entwickelte Kunstfaser machte Strümpfe robuster, glänzender und für Millionen von Frauen weltweit attraktiv.


Und die Erfindung legte mit der Strumpfhose ab 1959 das Fundament für ein Modebasic, das bis heute im Kleiderschrank zu finden ist.

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Nylon-Boom: Weltausstellung und Massenprodukt

Nylon wurde von DuPont als erste vollständig im Labor entwickelte synthetische Faser erforscht. Der Chemiker Wallace Hume Carothers und sein Team schufen damit ein Material, das als langlebiger und glänzender Ersatz für Seide positioniert wurde.

Bereits 1939 sorgten Nylonstrümpfe auf der New Yorker Weltausstellung für großes Aufsehen. Der eigentliche Massenmarkt begann jedoch am 15. Mai 1940: An diesem Tag kamen Nylonstrümpfe in den USA landesweit in den Handel.

Die Nachfrage war enorm, in vielen Geschäften waren die begehrtesten Größen binnen kurzer Zeit vergriffen. Frauen standen Schlange, Kaufhäuser meldeten Ausverkäufe – und Nylon wurde zum Inbegriff moderner, technisch hergestellter Mode.

Warum Nylon die Strümpfe revolutionierte

Vor Nylon dominierten Strümpfe aus Seide und Rayon. Beide Materialien waren empfindlich, mussten sorgfältig behandelt werden und hielten dem Alltag nicht immer stand.

Nylon versprach dagegen mehr Reißfestigkeit, einen seidenähnlichen Glanz und eine deutlich längere Haltbarkeit. Wichtig ist dabei: Nylon war zunächst nicht automatisch das günstigere Produkt.

Der eigentliche Vorteil lag in der Kombination aus Optik, Funktionalität und industrieller Fertigung. Die Kunstfaser machte modische Strümpfe skalierbar und ebnete den Weg für die moderne Massenkonfektion.

1959: Die Strumpfhose wird erfunden

Trotz des Erfolgs der Nylonstrümpfe blieb ein praktisches Problem: Klassische Strümpfe mussten mit Strapsen oder einem Strumpfgürtel am Oberschenkel befestigt werden.

Das war unbequem, sichtbar unter engen Kleidern und schränkte die Bewegungsfreiheit ein. Genau hier setzte Allen Gant Sr. an. Gemeinsam mit dem Textilunternehmen Glen Raven Mills entwickelte er eine Strumpfhose, die Strümpfe und ein Höschen in einem Kleidungsstück verband.

1959 kam dann endlich das Produkt unter dem Namen „Panti-Legs“ auf den Markt.

Nylons - Kunstfaser-Legende der Modewelt
Nylons – Kunstfaser-Legende der Modewelt

Strumpfhose und Minirock – modische Volltreffer

Die Strumpfhose traf exakt den Zeitgeist der aufkommenden 1960er Jahre. Sie bot mehr Bewegungsfreiheit, saß unsichtbar unter Kleidung und machte kürzere Röcke alltagstauglich.

Gerade der Aufstieg des Minirocks wird deshalb häufig mit dem Siegeszug der Strumpfhose in Verbindung gebracht. Was als praktische Weiterentwicklung begann, entwickelte sich zu einem Modebasic mit enormer kultureller Wirkung.

Die Strumpfhose veränderte nicht nur die Damenmode, sondern auch die Wahrnehmung von Beinen, Silhouetten und Alltagskleidung.

Glänzende Beine und eine makellose Silhouette

Nylons machten Beine optisch gleichmäßiger und betonten ihre Form. Die feine, halbtransparente Strumpfware kaschierte kleine Unebenheiten, Bläschen oder Hautrötungen und verlieh den Beinen einen glatten, seidigen Glanz.

Gerade dieser Effekt machte Nylonstrümpfe so begehrt: Sie wirkten elegant, gepflegt und zugleich verführerisch, ohne ein aufwendiges Outfit an den Beinen zu benötigen. Auch die Passform spielte eine zentrale Rolle.

Nylons umschlossen Fuß und Bein eng und sorgten für eine gestreckte, definierte Silhouette. Besonders in Kombination mit hohen Absätzen betonten sie Waden, Knöchel und Fußlinie – ein Stil, der insbesondere die Damenmode der 1950er und 1960er Jahre beeinflusste.

Modebasic bis heute überall zu finden

Auch wenn Strumpfhosen heute längst nicht mehr selbstverständlich zum Alltag gehören, bleibt Nylon ein zentrales Material der Textilindustrie.

Die Faser findet sich nicht nur in Strumpfware, sondern auch in Sportbekleidung, Bademode, Taschen und technischen Textilien.

Fast 90 Jahre nach ihrer Einführung zeigt sich: Nylon war keine kurzlebige Modewelle, sondern eine Erfindung mit bleibender Wirkung…

Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: Aksakal, de.depositphotos.com

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