Was lange undenkbar schien, ist jetzt Realität geworden: Porsche, jahrelang die profitabelste Marke im Volkswagen-Konzern, hat einen beispiellosen Gewinneinbruch erlitten.


Das operative Ergebnis im Automobilgeschäft fiel von 5,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf gerade noch 90 Millionen Euro – ein Rückgang um 98 Prozent. Die operative Umsatzrendite liegt damit bei mageren 0,2 Prozent.

Ein Faktor, der in der internen Strategiediskussion bei Porsche gerade ein massives Gewicht haben dürfte, ist somit das Kaufverhalten im oberen Preissegment.

Luxuskunden mögen keine Elektroautos

Denn wer für einen Sportwagen 100.000 Euro oder mehr ausgibt, erwartet ein Produkt, das ohne Kompromisse funktioniert – und genau hier liegt ein strukturelles Problem der Elektromobilität, das der Hersteller offenbar unterschätzt hat.

Finanziell starke Kunden wollen sich nicht mit nervigen Alltäglichkeiten beschäftigen, die Elektrofahrzeuge mit sich bringen: das Suchen nach funktionierenden Schnellladern auf Reisen oder in dicht besiedelten Großstädten ohne eigene Garage, die latente Reichweitenangst auf längeren Strecken und – zunehmend diskutiert – Sicherheitsbedenken rund um Aufladevorgänge, gerade in den bekannten Metropolen.

Für eine Klientel, die Spontaneität und Verlässlichkeit als selbstverständlich voraussetzt, sind das und der permamente Kabelsalat keine Kleinigkeiten, sondern Ausschlusskriterien, genauso wie die mangelnde finanzielle Stabilität durch einen überdurchschnittlich hohen Wertverlust beim Wiederverkauf.

Der Porsche Verbrenner funktionierte ohne all diese Probleme seit Jahrzehnten. Fünf Minuten tanken, hunderte Kilometer an Reichweite und kein Gedanke an Ladeinfrastruktur und umständliche Apps – für Käufer sind das keine Extras, sondern die Grundvoraussetzung.

China-Geschäft auch ein Problem

Ein tiefer Einschnitt kommt zudem aus Asien. Der chinesische Markt, einst Wachstumsmotor für Luxusautos aus Europa, schwächelt für deutsche Hersteller massiv. Wirtschaftliche Unsicherheiten und eine erstarkende einheimische Konkurrenz haben den Absatz im Premiumsegment drastisch gedrückt.

Weltweit gingen die Auslieferungen um zehn Prozent zurück – ein Wert, der für eine Marke wie Porsche ungewöhnlich hoch ist. Zusätzlich zum schwachen Marktumfeld zog Porsche 2025 mehrere kostspielige Entscheidungen nach sich.

Porsche Taycan - Luxuskunden mögen keine Elektroautos
Porsche Taycan – Luxuskunden mögen keine Elektroautos

Rund 2,7 Milliarden Euro flossen in die strategische Neuausrichtung des Unternehmens, den Ausstieg aus einem Batterieprojekt sowie in Belastungen durch US-Importzölle von 15 Prozent auf europäische Fahrzeuge.

Im dritten Quartal 2025 rutschte der Sportwagenbauer sogar in einen operativen Verlust von 966 Millionen Euro ab. Das Unternehmen reagiert nun wohl mit einem breiten Maßnahmenpaket.

Umbau und Stellenabbau als Antwort

Die Modellpalette wird stärker auf Verbrenner und Hybride ausgerichtet – darunter ein überarbeiteter Panamera und Cayenne, die noch vor 2030 auf den Markt kommen sollen.

Gleichzeitig werden Stellen in zweistelliger Prozentzahl abgebaut, begleitet von einem konzernweiten Sparprogramm. Analysten bewerteten die Lage differenziert: Kurzfristig bleibe der Druck hoch, die Aktie notiere deutlich unter früheren Höchstständen, und die Gewinnprognose für 2026 wurde bereits nach unten korrigiert.

Mittelfristig sehen Experten jedoch Potenzial, sofern der neue Produktmix greift und sich die Nachfrage stabilisiert. Trotz allem weist Porsche weiterhin robuste Cashflows auf – ein Puffer, der Zeit für den Umbau verschafft.

Viel mehr der unbeliebten E-Autos wird das in der Luxuszielgruppe allerdings auch nicht verkaufen…

Sierks Media / © Fotos: Renaldo Matamoro, Unsplash 

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