Zwei deutsche Erfindungen könnten sich in der Luft begegnen: das Bodeneffektfahrzeug und das Luftschiff.
Beide haben das Ziel, Menschen und Güter zu transportieren und Nationen zu verbinden, das eine schnell, das andere gemächlich.
German Slider evaluiert nun gemeinsam mit Akteuren der Leichter-als-Luft-Branche, ob sich beide Welten zu einem Hybridfahrzeug verbinden lassen.
Bodeneffekt und Auftriebsgas: Idee hinter dem Hybridkonzept
Die Spezialisten von German Slider entwickeln die Tandemflügel-Konstruktion mit Endscheiben von Günther W. Jörg weiter. Nach Unternehmensangaben ist sie weltweit einzigartig und bislang unfallfrei.
Angeregt wurde der neue Ansatz durch den Austausch mit dem amerikanischen Wissenschaftler, Entrepreneur und ehemaligen Boeing-Manager Dr. Mithra Sankrithi.
Die Überlegung: Ein komplementärer, zeitlich begrenzter Einsatz von „leichter als Luft“ könnte ein Bodeneffektfahrzeug über höhere Hindernisse tragen.
Genannt werden Eisberge auf einer Nordost-Passage durch die Arktis oder Oasen in der Wüste. Der zusätzliche aerostatische Auftrieb würde den Bodeneffekt in diesen Abschnitten ergänzen.
So könnte der temporäre Zusatzauftrieb funktionieren
Im Konzept führt das Fahrzeug flüssiges Helium oder flüssigen Wasserstoff in einem Zusatztank mit.
Wird zusätzlicher Auftrieb benötigt, wird das tiefgekühlte Gas durch Erwärmung in den gasförmigen Zustand überführt.
Ist der Zusatzauftrieb nicht mehr nötig, wird das Gas durch erneute Tiefkühlung wieder verflüssigt. German Slider geht davon aus, dass dieser Kreislauf theoretisch beliebig oft wiederholbar ist.
Ob und wie sich das technisch zuverlässig, sicher und wirtschaftlich umsetzen lässt, soll die gemeinsame Machbarkeitsstudie klären.

Selbststabilisierender Tandemflügel im Bodeneffekt
Die Konstruktionen von Günther W. Jörg und German Slider, darunter das „Tandem Airfoil Flairboat“, sollen sich im Bodeneffekt konstruktiv selbst stabilisieren.
Nach Darstellung des Unternehmens verlässt das Fahrzeug den Bodeneffekt nicht einfach wie ein Flugzeug: Bei zu großer Höhe nimmt der Effekt ab, und das Fahrzeug sinkt wieder in seinen vorgesehenen Bereich zurück.
Genau dieses Merkmal ist die Grundlage für die Kombination mit statischem Auftrieb.
Energieeffizienz: 15 bis 20 Prozent als Zielgröße
German Slider nennt Energieeinsparungen von 15 bis 20 Prozent allein durch das sich physikalisch aufbauende tragende Luftpolster des Bodeneffekts.
Diese Zahl ist als projektbezogene Zielgröße und vorläufige Abschätzung zu verstehen, nicht als gesicherter allgemeiner Wert.
Der Bodeneffekt kann den Widerstand deutlich senken, doch die konkreten Einsparungen hängen stark von Fahrzeuggröße, Geschwindigkeit, Flughöhe, Wellengang, Nutzlast, Route und Vergleichsmaßstab ab.
Mit elektrischem oder Brennstoffzellenantrieb könnte ein solcher Hybrid nach Einschätzung des Unternehmens zu einem der umweltfreundlichsten Verkehrsmittel der Zukunft werden, im Betrieb sogar CO2-frei.

Helium und Wasserstoff: Chancen und Herausforderungen
Helium ist nicht brennbar und deshalb als Sicherheitsgas plausibel. Es ist allerdings selten, teuer und wegen seiner sehr kleinen Atome nur schwer dauerhaft dicht zu halten.
Wasserstoff bietet mehr Auftrieb und ist leichter verfügbar, erfordert jedoch ein konsequentes Sicherheitskonzept. Die Wahl des Traggases wird daher ein zentraler Punkt der Machbarkeitsstudie sein.
German Slider hat verschiedene Akteure aus der Leichter-als-Luft-Technologie angesprochen, um das Beste aus beiden Erfindungen gemeinsam zu bewerten und weiterzuentwickeln.
Nächste Schritte: Gemeinsame Machbarkeitsstudie
Im Mittelpunkt steht ein neues Hybridkonzept, das die Effizienz des bodennahen Flugs mit dem statischen Auftrieb eines Luftschiffs verbindet.
Zunächst soll eine gemeinsame technische Machbarkeitsstudie klären, ob aerostatischer Zusatzauftrieb die Einsatzgrenzen künftiger Bodeneffektfahrzeuge erweitern kann.
Die Kombination aus Tandemflügel-Bodeneffekt und Luftschiff-Technologie ist derzeit ein Konzept in der Evaluierungsphase. Gelingt die Verbindung, könnte ein emissionsarmes Transportmittel entstehen, das Hindernisse wie Eisberge oder Wüstenoasen überwinden kann.
Ob das Hybridkonzept technisch und wirtschaftlich tragfähig ist, werden die kommenden Untersuchungen zeigen…
Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: KI-generiert, Grok, xAI
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