Streusalzrückstände regelmäßig und schonend entfernen, den Klassiker bewegen und so Standschäden vermeiden. Macht das Sinn?


Die einen würden mit ihrem Klassiker niemals auf Winterstraßen gehen. Die anderen sind offen für das Erlebnis, denn sie wollen nicht monatelang auf genussvolle Fahrten mit ihrem Liebling verzichten.

Die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung mbH gibt nun Tipps für Fahrten mit historischen Fahrzeugen in der kalten Jahreszeit.

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Sorgfältige Vorbereitung: Reifen, Beleuchtung, Bremsen und Frostschutz

Fahrspaß kennt keine Jahreszeit: Mancher hartgesottene Fahrer genießt die Tour durch reizvolle Winterlandschaften im Roadster oder Cabriolet, ob Oldtimer oder jüngeres Automobil.

Wichtig ist eine gründliche Vorbereitung. Dazu gehören eine zur Witterung passende Bereifung, eine funktionierende Beleuchtung und Bremsanlage sowie bei wassergekühlten Fahrzeugen ausreichend Frostschutz im Kühlsystem.

Streusalz und Korrosion: Oldtimer richtig reinigen und schützen

Früher wie heute gilt: Feuchtes Streusalz fördert die Korrosion, wenn es sich in Radkästen, Schwellern, Fahrwerksteilen oder Bremsen einnistet. Wer das Fahrzeug nach einer Ausfahrt auf salzbehandelten Straßen gründlich und schonend reinigt und dabei besonders Unterboden und Radkästen berücksichtigt, verringert die Korrosionsgefahr. Bei häufiger Winternutzung sollten Salzrückstände regelmäßig entfernt werden.

Anschließend lässt man das Fahrzeug am besten in einer trockenen und gut belüfteten Garage trocknen. Wer gründlich vorbeugen will, lässt den vorhandenen Korrosionsschutz einschließlich der Hohlraumkonservierung überprüfen und bei Bedarf erneuern. Klar sein sollte jedoch: Klassiker in sehr gutem Zustand sind für Wintereinsätze zu schade.

Streusalzrückstände auf der Fahrbahn erkennen: Regen als Vorteil

Die Winter werden im langfristigen Mittel milder, zugleich haben die Niederschlagsmengen in Deutschland zugenommen. Für Oldtimer kann das ein Vorteil sein: Kräftiger und anhaltender Regen kann Salzrückstände von der Fahrbahn spülen. Wie schnell das geschieht, hängt jedoch von der Niederschlagsmenge, der vorherigen Salzbelastung und den örtlichen Bedingungen ab.

Weiße oder hellgraue Schlieren auf trockener Fahrbahn können auf Streusalzrückstände hindeuten. Umgekehrt bedeutet das Fehlen solcher Spuren nicht, dass die Straße bereits salzfrei ist. Viele Oldtimer-Fahrer warten sicherheitshalber ein paar Tage bis zur nächsten Winterausfahrt.

Oldtimer im Winter fahren - die Vor- und Nachteile
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Standschäden vermeiden: Warum gelegentliche Ausfahrten dem Klassiker guttun

Abgesehen von den wintertypischen Belastungen kann eine gelegentliche Ausfahrt dem technisch einwandfreien Klassiker guttun, vor allem wenn Flüssigkeiten wie Öl oder Wasser auf einer längeren Fahrt ihre Normaltemperatur erreichen.

Dabei werden Bremsen betätigt, Lager bewegt und Dichtungen beansprucht. Das hilft gegen Standschäden und erhält die Technik. Auch die Reifen profitieren, wenn sie nicht monatelang auf einer Stelle stehen.

Winterreifenpflicht: Alpine-Symbol seit Oktober 2024 Vorschrift

Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte schreibt die Straßenverkehrsordnung geeignete Winterreifen vor. Seit Oktober 2024 müssen diese grundsätzlich das „Alpine“-Symbol tragen. Die frühere M+S-Kennzeichnung allein genügt nicht mehr.

Ein Automobil auf schneebedeckter Fahrbahn zu beherrschen, ist generell eine Herausforderung. Bei Oldtimern kommt hinzu, dass viele keine Assistenzsysteme wie ABS, ESP oder Traktionskontrolle haben. Das sollte dem Fahrer stets bewusst sein. Auch Fahrwerk, Bremsanlage und Beleuchtung entsprechen oft nicht dem heutigen Stand der Technik. Umso wichtiger ist vorausschauendes Fahren.

Saisonkennzeichen oder ganzjährige Zulassung: Kosten beim H-Kennzeichen

Seit Oktober 2017 dürfen historische Fahrzeuge ein H-Kennzeichen mit einer Saisonkennzeichnung kombinieren. Viele Oldtimer sind vergleichsweise günstig versichert, und die jährliche Kraftfahrzeugsteuer für historische Pkw mit regulärem H-Kennzeichen beträgt unabhängig vom Hubraum pauschal 191,73 Euro.

Deshalb kann es für manche Besitzer reizvoll sein, ihr Fahrzeug ganzjährig anzumelden. Bei einer Kombination mit einem Saisonkennzeichen fällt die Steuer anteilig an.

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