2010 kam in New Jersey der erste Impuls in Richtung eines Gesetzes, das Online-Spielcasinos legalisieren sollte. Staatssenator Ray Lesniak (Demokrat), präsentierte dafür den Erlass S 3167. Diese Maßnahme erlaubte es, lizensierten Casinos in Atlantic-City, Online-Poker und andere Online-Casino-Spiele innerhalb des Garden States anzubieten. Hiermit sollten die schwächelnden konventionellen Casinos gegenüber Konkurrenten aus den benachbarten Staaten unterstützt werden.

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Casinos galten als wichtiger Teil der Wirtschaft vor Ort. Um als reguliert zu gelten, mussten iGaming-Betreiber eine Lizenzgebühr von 200.000,- US-Dollar zahlen, zusätzlich zu einer Jahresgebühr von 100.000,- US-Dollar und einem Steuersatz von 20 Prozent. Mit einer deutlichen Mehrheit von 29:5 wurde dieser Entschluss vom Senat durchgewunken. Aufgrund einer Zusatzklausel in letzter Minute konnte das Gesetz jedoch nicht im gleichen Jahr von der Staatsversammlung ratifiziert werden.

Dies geschah schließlich zu Beginn des nächsten Jahres. Und zwar mit einer Mehrheit von 63:11 dafür, und zwei Enthaltungen, die Quoten des Senats lagen bei 34:2 dafür. New Jerseys Gouverneur entschied sich schließlich, ein Veto einzulegen. Als Begründung wurde die Sorge genannt, dass sich das Online-Glücksspiel außerhalb der Grenzen von Atlantic-City etablieren könnte. Senator Ray Lesniak legte wiederum Einspruch ein, mit der Behauptung, dass die Entscheidung des Politikers vom Glücksspiel-Giganten Caesars Entertainment beeinflusst wurde. Deren Geschäftspolitik richtete sich damals gegen Online-Glücksspiel.

Schließlich war es das Justizministerium, das den Weg für eine Legalisierung von Online-Casinos ebnete. Die Gesetze, die genutzt wurden, um Online-Glücksspiel zu verbieten, waren nämlich sehr ungenau ausgelegt worden. Der sogenannte Wire Act von 1961 bezog sich nicht auf das Online-Spiel. Aus diesem Grund wurde klar, dass im Rahmen einer regulierenden Gesetzgebung das Glücksspielen im Netz zu legalisieren sei. Diese Entscheidung brachte Gouverneur Christie zum Umdenken, weshalb er seine Bedenken zurücknahm und anschließend grünes Licht gab.

Legalisierung von Online-Casinos
Legalisierung von Online-Casinos

Somit konnte die Planung beginnen. Lesniak nahm viele Vorschläge des Gouverneurs positiv auf. Beispielsweise, dass die genutzte Technik sich in den jeweiligen Casinos in Atlantic-City befinden musste.

Der Gesetzgebungsakt

Am 26. Februar 2013 legalisierte die New Jersey Gesetzgebung das Online-Glücksspiel mit der Passage A2578 ausschließlich innerhalb der eigenen Staatsgrenzen. Das Gesetz wurde von Lesniak durchgerungen. Die endgültige Version kam mit einem Verhältnis von 68:5 dafür durch die Versammlung und mit 35:1 durch den Senat. Als Schirmherren zeichneten sich Vincent Prietod, John J. Burzichelli und Ruben J. Ramos aus.

Später am gleichen Tag wurde der Entwurf durch eine Unterschrift des Gouverneurs Cris Christie zum Gesetz erhoben. Er bezeichnete diesen Schritt als “verantwortungsbewusste und dennoch spannende Möglichkeit, welche Atlantic-City wettbewerbsfähiger machen wird, während sie gleichzeitig finanzielle Vorzüge für den Staat mit sich bringt.“

Der Inhalt des Gesetzes

A2578 ermöglicht es ortsgebundenen Casinos, sich für eine Online-Casino-Lizenz zu bewerben und eine Partnerschaft mit einem Anbieter aus dem iGaming-Software- oder Betreiberbereich zu schließen. Bewerber müssen zunächst eine nicht wiedererstattbare Summe von 100.000,- US-Dollar aufbringen, um den Zertifizierungsprozess zu finanzieren. Sollte alles wie geplant über die Bühne gehen, wird dieses Geld auf die Gesamtkosten der eigentlichen Spiellizenz angerechnet, welche einen stattlichen Wert von 400.000,- US-Dollar hat. Casinos mit einer solchen Lizenz verpflichten sich außerdem dazu, neben den jährlichen 250.000,- US-Dollar für die Erneuerung der Lizenz, weitere 250.000,- US-Dollar an Gebühren aufzubringen.

Die Gebühren fallen einem Topf für Maßnahmen zur Hilfe spielsüchtiger Personen zugute. Darüber hinaus geben iGaming Betreiber 15 Prozent ihrer Bruttogewinne aus dem OnlineGeschäft und weitere 2,5 Prozent an die Casino Reinvestment Development Authority, kurz CDRA genannt. Diese kümmern sich um die Reinvestition der Gelder für ein Zusammenspiel von Casino- und Realpolitik. Neben den üblichen Betriebslizenzen für Casinos sind drei weitere Arten von iGaming Lizenzen verfügbar.

Neben den üblichen Betriebslizenzen für Casinos sind drei weitere Arten von iGaming Lizenzen verfügbar.
Neben den üblichen Betriebslizenzen für Casinos sind drei weitere Arten von iGaming Lizenzen verfügbar.

Erstens die Casino Service Industry Enterprise License. Diese richtet sich einmal an die Software-Partner von Casinos, und an diejenigen, welche Listen von Kunden vertreiben, die schon einmal online gespielt haben. Die zweite Lizenz ist die Vendor Registrants. Mit dieser können Unternehmen Dienste anbieten, die nicht ausschließlich für das Online-Spiel gedacht sind. Darunter fallen beispielsweise Telekommunikationsunternehmen. Die dritte und letzte Lizenz ist die Ancillary Casino Service Industry Enterprise License. Diese ist für Marketingpartner und Reiseveranstalter sowie für Dienstleister für die Abwicklung des Zahlungsverkehrs, der Überprüfung des Alters, der Standorte und der Verifizierung der Identität der Kunden konzipiert.

Regulationen

Online-Glücksspiele unterstehen dem Geltungsbereich der Division of Gaming enforcement (abgekürzt DGE). Diese ist für eine Vielzahl von Regulierungen verantwortlich. Zunächst für die Vorabprüfung der Lizenzbewerber, aber auch für die Sicherstellung der Integrität, dem guten Charakter und die Ehrlichkeit von Casinobesitzern, -betreibern, -angestellten und -mitarbeitern. Die Behörde sorgt also dafür, dass die Casinospiele fair sind und die genutzten Informationssysteme richtig funktionieren. Die Einhaltung der Sperrliste für Spieler wird ebenfalls überwacht.

Der bürokratische Weg zur Lizenz

Bevor ein Casino die eigene Online-Casino-Sparte uneingeschränkt und öffentlich zur Verfügung stellen kann, muss ein Übergangserlass von der DGE eingeholt werden. Diese temporäre Erlaubnis macht einen weichen Einstieg für die Casinobetreiber möglich. Das heißt im Klartext, dass eine begrenzte Anzahl an Spielern für eine begrenzte Anzahl an Stunden pro Tag spielen darf.

Während dieser Phase wird der tatsächliche Spielprozess weiterhin überwacht und überprüft. Hierbei soll die Sicherheit der Konsumenten und die Einhaltung aller Regelungen und Gesetze sichergestellt werden. Sollte die Behörde schließlich das Okay geben, so wird die endgültige Erlaubnis erteilt.

Wer darf spielen?

Die verantwortlichen Regulatoren überwachen sehr genau, wer in New Jerseys Online-Casinos spielen darf und wer nicht. Jeder, der gerne spielen möchte, sollte folgende Punkte beachten: Sie müssen das Mindestalter von 21 Jahren erreicht haben, um mit echtem Geld spielen zu dürfen. Die Spieler müssen sich körperlich innerhalb des Staates von New Jersey befinden, müssen jedoch nicht dort gemeldet sein. Man beachte also, zwar können die Spieler von überall auf der Welt einen Account eröffnen und Geld einzahlen, spielen kann aber nur derjenige, der sich direkt vor Ort befindet.

Spielen nur direkt vor Ort...
Spielen nur direkt vor Ort…

Casinobetreiber werden deshalb dazu verpflichtet, für die Einhaltung dieser Gesetze zu sorgen. Alter und Standort des Spielers muss zu 100 Prozent verifiziert sein, bevor das Casino einem Kunden erlaubt, online zu spielen. Diese Überprüfung funktioniert auf zwei Weisen. Zum einen kommt Geolocation-Software zum Einsatz. Diese kann genau bestimmen, von wo aus der Kunde spielt. Anschließend noch durch einen Vergleich der Kundendaten mit Angaben aus öffentlichen Datenbanken und Kreditinstituten.

Welche Spiele wurden legalisiert?

Die Verordnung A2578 erlaubt es Casinobetreibern, eine Vielzahl klassischer Casinospiele online anzubieten. Dazu gehören Poker, Roulette, Slotmaschinen, Video-Poker, Blackjack, Baccarat und vieles mehr. Auch Variationen der Spiele werden einbezogen. Dabei lässt das Gesetz auch Raum für weitere Spiele, die zu einem späteren Zeitraum hinzugefügt werden können.

Voraussetzung ist dabei, dass die DGE die Spiele nach einer Testperiode für geeignet erklärt, und dass Sie dem Gemeininteresse der Bürger des Staates dienen. Ein Beispiel für ein solches neu hinzugefügtes Spiel sind auf Fertigkeiten basierende Spiele. Diese können zur Zeit nur in Atlantic-City gespielt werden, sind aber nach einer erfolgreichen Testphase überall verfügbar.

Maßnahmen zur Suchtprävention und Verbraucherschutz

Um der Spielsucht vorzubeugen, müssen alle Lizenzhalter die Kontaktinformationen von Suchtzentren und Hilfseinrichtungen auf ihrer Seite bereitstellen. Das ist wichtig, da die DGA jährlich Rechenschaft über den Einfluss der iGaming-Industrie auf die Spielsucht abzulegen hat. Für solche, und ähnliche Anti-Sucht-Programme, werden die schon erwähnten 250.000,- Jahresgebühr der Online-Spielcasinos genutzt. Am 15 April 2011 verloren Millionen von Spieler ihr Geld, als das amerikanische Justizministerium vier der führenden Online-Poker Anbieter für US-Kunden sperrte.

Betroffen waren UB, Absolute Poker, Pokerstars und Full Tilt. Betroffene Bürger mussten sechs Jahre warten, bevor der Staat die ersten Entschädigungen auszahlte. Der Verlust für die Kunden geschah aufgrund einer unsauberen Trennung der Konten. Damit eine solche Situation nicht mehr vorkommt, wurden auch hier Regulierungen ins Leben gerufen und Kompetenzen von den Online-Casino Betreibern auf das Justizministerium übertragen. Mehr interessante Infos rund ums Thema finden sie unter diesem Link.

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Fotos: Unsplash, CC0 Public Domain

Rubriken: Travel