Von einer kleinen Bahnstation mitten in der Wüste zur Stadt der Superlative: Die Geschichte von Las Vegas ist eine von schnellem Wachstum, filmreifen Geschichten und jeder Menge Extravaganz. Die Oase mitten in der Mojave-Wüste im Bundesstaat Nevada war jedoch nicht immer die Hochburg des Glücksspiels – und hatte einige Hoch- und Tiefphasen auf dem Weg dorthin.

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Vor mehreren Jahrtausenden war die natürliche Oase der Treffpunkt für zahlreiche Tiere – beispielsweise Löwen, Kamele und sogar inzwischen ausgestorbene, wie das mächtige Mammut. Zahlreiche gefundene Knochen erzählen noch heute von dieser längst vergangenen Zeit.

Verschiedene Stämme besiedelten die Gegend rund um Las Vegas, die Überreste dieser Zivilisation existieren jetzt nur mehr in Museen. Die Geschichte der Stadt ist so bunt, dass selbst geübte Ortskundige immer wieder etwas Neues über sie lernen können.

Von der Entdeckung bis zur Stadtgründung

Entdeckt wurde Las Vegas mit seinen artesischen Quellen bereits 1829 von dem Europäer Raphael Rivera, doch die erste Siedlung wurde erst 1954 gegründet. Und zwar von der Kirche Jesu Christi der Heiligen letzten Tage, Mormonen, die die Siedlung bereits drei Jahre später wieder aufgaben.

Las Vegas
Las Vegas

Rund zehn Jahre danach errichtete die US-Armee dort Fort Baker, wodurch Las Vegas zu einem wichtigen Zwischenstopp für die Eisenbahn auf dem Weg zwischen Kalifornien und New Mexico wurde. Das offizielle Gründungsdatum der Stadt ist übrigens erst der 15. Mai 1905 – zu diesem Zeitpunkt war die ganze Bahnstrecke vollendet und es wurden die ersten Grundstücke an Investoren versteigert.

Der große Aufschwung

Mit dem Bau des Hoover Dams und der Legalisierung des Glücksspiels in Nevada im Jahre 1931 begann das schnelle Wachstum der Stadt. Die Stadt wurde dadurch mit Wasser und Energie versorgt und vergrößerte sich schnell. Ein Casino nach dem anderen wurde eröffnet, Pferderennen, Bars und Nachtclubs boomten. Bald wurden auch die ersten Hotelcasinos eröffnet, die ähnlich wie Clubs in Hollywood eine Bühne hatten, auf der große Stars auftraten.

Die Atombombentests der 1950er Jahre lockten zusätzlich viele Schaulustige nach Las Vegas. Zu diesem Zeitpunkt kamen allerdings auch Verbrechersyndikate wie die amerikanische Cosa Nostra in der Stadt zu immer mehr Einfluss und Korruption und Betrug nahmen zu. Nach Aufdeckung der kriminellen Machenschaften und zahlreichen Hausdurchsuchungen ging es mit der Stadt vorerst finanziell bergab, sie wurde heruntergekommen und die Gäste blieben aus.

Der Umschwung kam erst 1989 mit der Eröffnung des Mirage-Hotels am Las Vegas Strip, als durch Unterhaltungsprogramme wie die „Siegfried & Roy Show“ wieder zahlungskräftige Besucher in die Stadt kamen.

Zwischen Zirkus und Glücksspiel

Familienfreundlichere Programme, große Stars und spektakuläre Shows wie der Cirque du Soleil – mit der Jahrtausendwende wurde besonderer Fokus daraufgelegt, den Ruf der „Stadt der Sünde“ abzulegen. Neben teuren Nobel-Restaurants und fantasievollen Themenhotels stehen dennoch immer noch Casinos und ihre zahlreichen Spiele im Vordergrund. Die meisten davon sind leicht zu erlernen aber schwer zu meistern, wie diese Anleitung zeigt.

Las Vegas
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Die Stadt des Glücksspiels wird Las Vegas also – trotz aller Bemühungen – immer bleiben. Besonders mit Spielen wie Poker wird Las Vegas meistens in Verbindung gebracht. Das Kartenspiel hat eine lange Geschichte und ist inzwischen auch in der breiten Masse angekommen. Ob im Casino, zu Hause oder online – immer mehr Leute haben das strategische Spiel für sich entdeckt.

Besonders bei Turnieren ist es sehr männerdominiert und wird als klar maskuliner Wettkampf angesehen. Langsam aber stetig entdecken jedoch immer mehr Frauen das Spiel für sich, 2017 gab es dann sogar die erste weibliche Europameisterin. Bei Turnieren wie dem Women’s Sunday Turnier spielen dann Frauen nur unter sich.

Die Zukunft der Stadt der Lichter

Nach zahlreichen Hoch- und Tiefphasen gehört Las Vegas inzwischen zu den am schnellsten wachsenden Städten der USA. Die Besucherzahlen steigen jährlich und auch die Einwohnerzahl wächst kontinuierlich. Besonders das gastronomische Angebot, Hotel-Attraktionen und Boutiquen wurden stark ausgebaut und bringen neue Gäste in die Stadt.

Ein klassischer Urlaubsort wird Las Vegas nie sein. Aber für viele ist die hellste Stadt der Welt auf jeden Fall auf der „Einmal-im-Leben“-Checkliste – auch und besonders wegen seiner Extravaganz.

Fotos: Unsplash, CC0 Public Domain

Rubriken: Travel