Satire an: Deutschland hat diesen Sommer still und leise etwas vollbracht, wofür andere Länder Jahrzehnte gebraucht haben: Es hat sich als Luxus-Hotspot neu positioniert.
Temperaturen jenseits der 40 Grad – das ist kein Wetterproblem, das ist ein Statement. Ein sehr, sehr warmes Statement.
Reisen für die Abkühlung
Wer dennoch ins Ausland reist, tut das nicht mehr aus Sehnsucht nach Wärme. Man zelebriert Travel für die Abkühlung.
Ibiza, Santorini und die Amalfiküste – plötzlich bloß noch charmante Alternativen für jene, die dem deutschen Hochsommer nicht gewachsen sind. Eine Art klimatisches Detox, wenn man so will.
Warmer Aperol zuhause
Die wirklich Coolen aber – im übertragenen Sinne, versteht sich – bleiben. Sie legen sich auf ihre Dachterrassen in Hamburg oder Schwabing, lassen einen Aperol kommen, der sich innerhalb weniger Minuten organisch auf Steak-Temperatur erwärmt, und wissen genau, was sie tun.

Denn wer 42 Grad in München oder Düsseldorf übersteht, braucht kein stylishes Wellness-Resort mehr. Der ist selbst das Wellness-Resort. Mit eigenem Pool wäre es natürlich trotzdem schöner.
Im Süden nur 34 Grad
Südeuropa empfängt die Abkühlung-Suchenden derweil mit einem müden, leicht mitleidigen Lächeln. 34 Grad, leichte Brise und türkisblaues Meer. Schön, ja. Romantisch, sicher. Aber eben kein Deutschland. Nicht dieses Deutschland. Nicht dieser Sommer.
Generationen von Eltern, die ihren Kindern beibrachten, dass man für Wärme in den Süden fährt, müssen ihre Erziehungsarbeit übrigens gerade still und heimlich revidieren. „Schatz, wir fliegen in den Süden – da sind es nur 34 Grad“, das ist der neue Familien-Klassiker.
Der neue Luxus ist nicht das, was man machen könnte. Heiß ist das neue Hip. Satire aus.
Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: VitalikRadko, de.depositphotos.com
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