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McAfees Valentinstags-Studie 2026 zeigt alarmierende Verbreitung von Romance Scams – mit erheblichen finanziellen und emotionalen Folgen für Betroffene.
Zum Valentinstag hat McAfee seine jährliche Studie über Betrugsmaschen im Online-Dating veröffentlicht und die Zahlen sind ernüchternd.
Demnach ist mittlerweile jeder dritte Deutsche schon einmal auf ein gefälschtes Profil oder einen KI-generierten Bot gestoßen.
Gleichzeitig geben 52 Prozent der Befragten an, von jemandem, den sie über Dating-Apps oder soziale Netzwerke kennengelernt haben, um Geld oder Finanzdaten gebeten worden zu sein.
Romantikbetrug auf hohem Niveau
Die Täter setzen dabei zunehmend auf moderne Methoden: Zahlungsaufforderungen laufen häufig über QR-Codes oder Links, die per SMS, E-Mail, Direktnachrichten in sozialen Medien oder direkt über Dating-Plattformen verschickt werden.
Parallel dazu hat McAfee Labs einen Rückgang bösartiger URLs mit Bezug zu Dating-Apps registriert – ein Hinweis darauf, dass Betrüger ihre Taktiken anpassen und auf weniger leicht erkennbare Wege setzen.
Romantikbetrug beginnt selten mit einem offensichtlichen Warnsignal.
Vom Small Talk zur Geldforderung
Der typische Ablauf: Zunächst wird über Wochen oder Monate emotionale Nähe aufgebaut, bevor finanzielle Forderungen folgen. Verlangt werden dann Geldüberweisungen, Verifizierungscodes, Kryptowährungen oder Zahlungen per App und QR-Code.
Besonders besorgniserregend: Fast ein Drittel der Deutschen (34 Prozent) hält es für möglich, romantische Gefühle gegenüber einem KI-Bot zu entwickeln – bei Erwachsenen unter 35 Jahren teilt mehr als die Hälfte diese Einschätzung. Sieben Prozent geben sogar an, solche Gefühle bereits erlebt zu haben.
„Liebesbetrug beginnt nicht mit Geld. Er beginnt mit Vertrauen“, erklärt Vonny Gamot, Head of EMEA bei McAfee. „Wenn mehr als jeder dritte befragte Deutsche angibt, schon einmal auf ein gefälschtes Profil oder einen KI-generierten Bot gestoßen zu sein, ist klar, dass diese Betrügereien keine Einzelfälle sind.“
Bis zu sechsstellige Verluste
Was in Studien als Statistik erscheint, schlägt sich in konkreten Fällen mit dramatischen Folgen nieder. Die Polizei meldete für 2025 mehrere Fälle mit erheblichen Schadensbeträgen aus der Region:
◉ Eine 60-jährige Frau aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald überwies im Januar 2025 über 300.000 Euro an einen angeblichen Unternehmer.
◉ Ein 37-Jähriger aus der Region Stralsund/Greifswald verlor im September 2025 knapp 44.000 Euro an eine angebliche Engländerin, die ihn über TikTok kontaktiert hatte.
◉ Im Juli 2025 wurde ein weiterer Fall bekannt: Ein angeblicher Arzt aus Somalia brachte eine Pensionärin um 160.000 Euro.
◉ Eine Sozialarbeiterin wurde Opfer eines Hochstaplers, der sich als US-amerikanischer Schauspieler ausgab.
Laut McAfee-Studie hat jeder fünfte Deutsche bereits Geld durch Online-Dating- oder Liebesbetrug verloren. Mehr als jedes dritte Betrugsopfer erhält sein Geld nicht zurück.

Wer ist besonders gefährdet?
Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede nach Alter und Geschlecht:
➡️ Erwachsene zwischen 25 und 34 Jahren begegnen potenziellen Liebesbetrügern wöchentlich – deutlich häufiger als über 65-Jährige (21 Prozent gegenüber 7 Prozent).
➡️ Männer treffen mit einer 65 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit wöchentlich auf Liebesbetrüger als Frauen.
➡️ Über ein Drittel der Deutschen (36 Prozent) erhielt eine gefälschte „exklusive“ oder „nur auf Einladung“ zugängliche Dating-App-Einladung. 15 Prozent davon registrierten sich und gaben persönliche Daten oder Zahlungsinformationen preis.
Gefälschte Dating-Apps online
McAfee Labs hat im Zeitraum vom 1. Dezember 2025 bis zum 22. Januar 2026 zehntausende Versuche registriert, bösartige mobile Apps zu installieren, die bekannte Plattformen wie Tinder, Bumble und eHarmony imitieren.
Im Jahresvergleich entfielen 78 Prozent aller erkannten Installationen gefälschter Dating-Apps auf Plenty of Fish (POF) – der höchste gemessene Wert in der diesjährigen Analyse.
Tinder macht weiterhin rund die Hälfte aller bösartigen App-Aktivitäten aus.
Emotionale Folgen überwiegen
Liebesbetrug trifft Menschen nicht nur im Geldbeutel. 92 Prozent der Betroffenen geben an, durch den Betrug erheblich beeinträchtigt worden zu sein. Die Langzeitfolgen:
– 44 Prozent sind vorsichtiger im Umgang mit Online-Kontakten geworden.
– 36 Prozent haben das Vertrauen in Menschen verloren, die sie online kennenlernen.
– 24 Prozent berichten von Beeinträchtigungen des Selbstwertgefühls.
– 17 Prozent fühlten sich verlegen oder emotional belastet.
Finanzielle Verluste liegen in vielen Fällen unter 400 Euro, insbesondere bei jüngeren Erwachsenen – doch Verluste über 4.000 Euro kommen vor und treffen Frauen häufiger als Männer.
Vor Liebesbetrug im Netz schützen
McAfee gibt deswegen nun folgende Empfehlungen für sicheres Online-Dating:
1. Vorsicht bei schnell wachsenden Beziehungen – besonders wenn Video- oder Sprachanrufe vermieden werden.
2. Kein Geld überweisen – weder Bargeld, Geschenkkarten noch Kryptowährungen an Personen, die man nicht persönlich kennt.
3. Skepsis bei QR-Codes und Zahlungslinks – diese können gefährliche Weiterleitungen verbergen.
4. Persönliche Daten schützen – zu Beginn einer Online-Bekanntschaft nur wenige Informationen preisgeben.
5. Sicherheitssoftware nutzen – umfassende Lösungen wie McAfee+ bieten Schutz für Identität, Privatsphäre und Geräte.
Sierks Media / © Fotos: Engin Akyurt, Unsplash





