Schon immer davon geträumt, den edlen „Dr.“-Titel auf der Visitenkarte zu führen – ohne Dissertation, Prüfungen oder schlaflose Nächte mit 500 Seiten an Fachliteratur?


Willkommen im Titelshop reloaded! Für ein paar Euro, ein bisschen Spendenliebe und optionales Goldwachs-Siegel können Sie jetzt offiziell „Doctor h.c. of Important, VIP Institute“ werden.

Google hilft mit „Doktortitel kaufen“. Und ja, es gibt sogar digitale QR-Codes, um die Echtheit zu beweisen – falls noch jemand Zweifel hat. Alles zusammen für 49,- Euro.

Doktortitel to go mit dem Geldbeutel

In der echten Welt entstehen Doktortitel durch jahrelange Forschung, Experimente, Dissertationen und Prüfungen.

Wer seinen Titel online kauft, überspringt all das und bekommt stattdessen:

◉ Eine hübsche Urkunde, die fast wie echt aussieht.
◉ Optional: einen Doktorhut und Talar für das perfekte Selfie.
◉ Wachs- oder Goldsiegel, damit selbst Oma überzeugt ist.
◉ QR-Code, damit alle schnell checken können: „Ja, er hat bezahlt.“

Was fehlt? Wissenschaftliche Substanz. Aber wer braucht die schon, wenn man stilvoll „Dr. h.c.“ unter seinen Namen schreiben darf?

Legal, solange man niemanden täuscht

Einige Anbieter berufen sich auf die kirchliche Grauzone. Angeblich sollen kirchliche Titel geführt werden dürfen – solange sie nicht wie ein echter Dr. wirken.

Also bitte nicht „Dr. Müller“ schreiben, sondern korrekt: Doctor h.c. of Important, VIP Institute.

Weitere Regeln:
➡️ Fachgebiet explizit nennen.
➡️ Herkunftsland aufschreiben.
➡️ Auf Abkürzungen wie „div.“ verzichten.

Alles andere könnte als Titelmissbrauch (§132a StGB in Deutschland) gewertet werden. Die Ironie: Es ist legal, solange man dafür sorgt, dass niemand denkt, man hätte tatsächlich promoviert.

Warum tragen so viele Leute „Dr. h.c.“?

Weil es wirkt. Plötzlich nicken Leute mehr, hören zu, selbst der Kellner im Restaurant fragt nach Autogrammen. Wer kann da schon widerstehen?

Die Realität sieht anders aus, denn im Lebenslauf beeindruckt es nur Laien. Und bei echten Wissenschaftlern landet man höchstens auf der „lustig, aber unseriös“-Liste.

Wer Pech hat, bekommt irgendwann Post vom Amt oder eine Strafe. Kurz gesagt: Es ist psychologisch ein Volltreffer, juristisch ein Graus.

Dazu muss gesagt werden: Nicht jeder Dr. h.c. ist natürlich ein Fake. Einige der Ehrendoktorgrade werden von anerkannten Universitäten für herausragende Leistungen verliehen, die keine Dissertation erfordern.

Skurriles Titelgeschäft - Doktor per Klick
Skurriles Titelgeschäft – Doktor per Klick

Wachs, Rahmen, Visitenkarten und Talar

Die Online-Shops bieten hingegen alles, was das Doktorherz begehrt: Goldwachs-Siegel für Glanz und Glamour.

Auch fertig gerahmte Urkunden, in A4 und A3, damit man ebenso im Flur glänzen kann. Dazu kommen Visitenkarten mit allen Titeln – perfekt für Hotelreservierungen oder Cocktailschätzchen.

Das Highlight sind Doktorhut und Robe für das authentische Foto beim Zoom-Meeting oder im Home-Office.

Man könnte deswegen also fast meinen, man kauft eine Hollywood-Requisite statt eines akademischen Grades.

Vorsicht, liebe Titel-Jäger

1. Echte Doktortitel kann man nicht kaufen.
2. Kirchliche Titel nur führen, wenn eindeutig kirchlich.
3. Keine Fantasieabkürzungen oder Vereinfachungen.
4. QR-Code schützt nicht vor Strafe.

Wer trotzdem unbedingt Dr. spielen will, sollte zumindest wissen: Behörden gucken selten aktiv, aber wenn sie es tun – Ärger ist garantiert.

Respekt braucht keinen Fake-Doktor

Das Internet macht es möglich: Titelkauf per Klick, Doktorhut als Extra und Goldsiegel optional.

Aber wer wirklich anerkannt werden will, sollte auf echte Qualifikationen, abgeschlossene Studien, Zertifikate oder berufliche Erfolge setzen.

Denn eines ist sicher: Status, der wie beim „Doctor h.c. of Important, VIP Institute“ für 49,- Euro gekauft wurde, hält selten länger als ein paar Selfies für Instagram oder unseriöse Visitenkarten…

Sierks Media / © Fotos: EdZbarzhyvetsky, de.depositphotos.com 

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