Wer ist schlau? Für alle Fashion-Profis hier aus der Reihe der beliebten Fragen – immer kurz und bündig gebloggt:

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Was ist Mille-Fleurs?

Mille-Fleurs ist die Bezeichnung eines charakteristischen ornamentalen Dekors, das für Wandteppiche der Spätgotik entworfen worden ist. Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet „tausend Blumen“. Auch in der Mode hat sich das Muster etabliert.

Man geht davon aus, dass Floraldrucke im Osten entstanden sind und von dort aus ihren Weg in den Westen fanden. Händler aus dem asiatischen Raum brachten bedruckte Seidenstoffe mit exotischen Blumenmustern nach Europa und verkauften sie dort zu sehr hohen Preisen. Weil sie so teuer waren, konnte sich nur die reiche Bevölkerung die Stoffe leisten.

Pfingstrosen werden in der traditionellen chinesischen Gartenkunst bereits seit mehreren tausend Jahren als Zierpflanze kultiviert und gelten als eines der ersten populären Blumenmotive auf Seide. Florale Drucke auf Seide wurden während der Tang-Dynastie (618 – 907 n. Chr.) zum modischen Statement, dennoch erreichten sie im Westen erst im 19. Jahrhundert einen ähnlichen Status.

Im Mittelalter wollten sich die Menschen von der harten Schlichtheit der damaligen Zeit distanzieren und so kamen venezianische Spitze und Schnittmuster mit aufwendigen Blütenformen in Mode. Im 18. Jahrhundert wurden Blüten wie Gänseblümchen, Nelken und Rosen zum Dekorieren modischer Seidenbrokate verwendet.

Ein Blick auf die Trends in diesem Jahrhundert zeigt, dass die meisten Stoffe in dieser Ära Blumendrucke abbildeten. Im viktorianischen Zeitalter erregte die Sonnenblume nicht nur modisches Interesse: William Morris, dem visionären Dichter und Denker, ist es zu verdanken, dass diese einfache, aber elegante Blume die Aufmerksamkeit auf sich zog.

Folglich wurde die Sonnenblume auf Tapeten, Fliesen und Stoffen abgebildet. Unvergessen bleibt die „Flower Power“ der 1960er Jahre und auch heute sind florale Muster wie Mille-Fleurs Dauergast auf den Fashion Shows in den Modemetropolen. Vor allem in der Lingerie sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil.

Hier sind übrigens alle Fragen für Fashion-Profis.

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Quelle: fashionpress.de / Foto: Pixabay, CC0 Public Domain