Es geht wieder los: Mit dem Start der kalten Jahreszeit ab Oktober steht für Autofahrer in Deutschland der Reifenwechsel an. Bei winterlichen Straßenverhältnissen schreibt der Gesetzgeber geeignete Bereifung vor.
Wer mit den falschen Reifen unterwegs ist, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch empfindliche Bußgelder, Punkte in Flensburg und mögliche Nachteile beim Versicherungsschutz.
Der Reifen- und Autoservice-Dienstleister Vergölst erklärt nun, worauf es bei der Winterbereifung ankommt und wann Ganzjahresreifen eine sinnvolle Alternative sein können.
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Falsche Bereifung kann teuer werden
In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Eis oder Glätte sind Autofahrer verpflichtet, mit geeigneten Reifen unterwegs zu sein.
Das Fahren mit Sommerreifen ist unter diesen Bedingungen ebenso untersagt wie das Fahren mit Winterreifen, deren Profiltiefe nicht mehr ausreicht. Damit Fahrzeuge sicher auf der Straße bleiben, muss eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm eingehalten werden.
Wer sich nicht an die Vorschriften hält, muss mit einem Bußgeld ab 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Je nach Situation können die Strafen deutlich höher ausfallen, insbesondere wenn andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden.
Kommt es zu einem Unfall, kann die Nutzung ungeeigneter Reifen zudem den Versicherungsschutz beeinträchtigen. Versicherer können ihre Leistungen im Einzelfall kürzen, vor allem wenn grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird.
Zu später Reifenwechsel birgt Sicherheitsrisiken
Gerät ein Fahrzeug unvorhergesehen mit falscher Bereifung in winterliche Straßenverhältnisse, ist besondere Vorsicht geboten.
Viele Autofahrer verbinden Winterreifen ausschließlich mit Schnee – entscheidend für die Sicherheit ist jedoch vor allem die Kombination aus Kälte und Nässe. In diesen Bedingungen bieten Winterreifen deutlich mehr Grip und sorgen für kürzere Bremswege, wie Patrick Lang, Fachbetriebsleiter bei Vergölst in Gelnhausen, betont.

Sommerreifen verlieren bei niedrigen Temperaturen erheblich an Haftung, was sich besonders beim Bremsweg bemerkbar macht. Während ein Fahrzeug mit Winterreifen bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h auf winterlicher Fahrbahn nach etwa 30 Metern zum Stehen kommt, kann sich der Bremsweg mit Sommerreifen auf Schnee und Eis auf mehr als 80 Meter verlängern.
Auch in Kurven steigt das Risiko erheblich: Aufgrund geringerer Seitenführungskräfte gerät das Fahrzeug schneller ins Schleudern, wodurch sich kritische Fahrsituationen rasant entwickeln können.
Für wen eignen sich Ganzjahresreifen?
Ganzjahresreifen können vor allem für Autofahrer in urbanen Regionen mit milden Wintern und geringer jährlicher Fahrleistung eine sinnvolle Alternative darstellen.
Sie sind jedoch stets ein Kompromiss zwischen Sommer- und Wintereigenschaften, weisen häufig einen höheren Verschleiß auf und erreichen in extremen Wetterbedingungen oft nicht die Leistung spezialisierter Saisonreifen.
Für Vielfahrer bleiben separate Winter- und Sommerreifen daher meist die wirtschaftlichere und sicherere Wahl. Unabhängig davon, ob Winter- oder Ganzjahresreifen zum Einsatz kommen, sollten Autofahrer auf das Alpine-Symbol achten – das Bergpiktogramm mit Schneeflocke.
Die frühere Kennzeichnung „M+S“ allein reicht als Nachweis für Wintertauglichkeit nicht mehr aus. Es geht wieder los…
Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: bilanol.i.ua, de.depositphotos.com
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