In Schleswig-Holstein und Niedersachsen freut sich die Gastronomie über die Lockerungen und Öffnungen. Nur in Hamburg ist vieles noch nicht möglich – trotz sinkender Inzidenzen.

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„Ein Skandal“, sagt der Hamburger Gastronom Hannes Schröder. „Ich gönne den Kolleg*innen in den Nachbarländern natürlich die Öffnung auch ihrer Innengastronomie, aber es wird Zeit, dass wir Hamburger*innen eine konkrete Öffnungsperspektive bekommen.“

Er meint: „Wir müssen vollständig öffnen können zu rechtzeitig festgelegten Konditionen. Wir haben im Lockdown viele Investitionen getätigt, damit wir komplett öffnen können. Nur Außengastronomie ab Pfingsten lohnt sich nicht.“

In den Hamburger Restaurants Küchenfreunde, Was wir wirklich Lieben, Botanic District und Herzstück in Eimsbüttel von Hannes Schröder (39) stehen die Teams in den Startlöchern und sind bereit, sobald eine Öffnung der gesamten Gastronomie in der Hansestadt offiziell verkündet wird.

Wenn nur die Außengastronomie öffnen darf, werden die Läden von Hannes Schröder nicht mitmachen. „Es lohnt sich einfach nicht“, berichtet Hannes Schröder.

Hannes Schröder
Hannes Schröder

„Wir müssen alle Mitarbeiter*innen aus der Kurzarbeit holen, um auch die wichtigen Schlüsselpositionen zu besetzen, den Einkauf anschieben und das bedeutet ein großes wirtschaftliches Risiko für uns, vor allem bei dem schlechten Hamburger Wetter.“

Warum ähnlich wie in Schleswig-Holstein in Hamburg keine Öffnung der Innengastronomie möglich ist, bleibt dem Hamburger Gastronom unverständlich. Trotzdem laufen die Vorbereitungen für die Öffnung auf Hochtouren.

„Wir haben richtig viel investiert. In den Innenräumen haben wir Luftfilter eingebaut und die Belüftung generell erneuert. Es gibt Trennwände und aktuell installieren wir für alle Läden die Luca-App, damit diese zur Kontaktnachverfolgung zum Einsatz kommt“, sagt Hannes Schröder.

Und weiter: „Das nützt uns alles nur, wenn wir klare Öffnungsperspektiven mit genauen Konditionen vom Senat bekommen und das mit Vorlauf.“

Während des Lockdowns wurde an allen Standorten und Läden mit Außerhausgeschäft, Food-Boxen und Online-Shop ein Teil des Umsatzausfalls kompensiert.

Küchenfreunde im Hamburger Lehmweg
Küchenfreunde im Hamburger Lehmweg

Auf Dauer ist das keine Lösung und „unser Kerngeschäft bleibt die Bewirtung unserer Gäste vor Ort und auch der Kontakt zu diesen. Unser Restaurant im Lehmweg heißt ja nicht umsonst ‚Küchenfreunde‘“, sagt Hannes Schröder „Freunde muss man auch mal persönlich sehen und pflegen.“

Hannes Schröder ist Unternehmer und betreibt derzeit fünf Gastronomien in Hamburg mit drei unterschiedlichen Konzepten. Sein Schwerpunkt: saisonale und regionale Küche, die einfach gut schmeckt.

Ursprünglich aus der Luxushotellerie kommend, beschäftigt Schröder derzeit über 80 Angestellte und bezieht viele Produkte aus der familieneigenen Höfegemeinschaft „naturdirekt“ in der Lüneburger Heide.

Neben den Gastronomien betreibt er die Beratungsfirma „Querbeet Konzepte“, die unter anderem für Investoren und Hotelketten neue Foodkonzepte entwickelt und umsetzt.

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Shots Magazin / © Fotos: WWWL

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