Über 100 Jahre nach ihrem Erstflug ist die Junkers F13 – die Mutter aller metallenen Verkehrsflugzeuge – wieder am Himmel zu sehen.


Am Flugplatz EDKL in Leverkusen starteten nun gleich drei originalgetreue Nachbauten der historischen Maschine zu einem gemeinsamen Formationsflug entlang des Rheins, vorbei am Kölner Dom.

Möglich gemacht hat die Wiederauferstehung des Luftfahrt-Klassikers Rimowa-Erbe Dieter Morszeck mit seinem Unternehmen Junkers Aircraft.

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Die Ju F13 als Ursprung der modernen Luftfahrt

Die Junkers F13 gilt als das erste in Serie gebaute Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt. Konstruiert von Hugo Junkers, entstanden vor mehr als 100 Jahren über 300 Exemplare des Musters – zu einer Zeit, in der Metallbauweise im Flugzeugbau noch die absolute Ausnahme war.

 

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Damit prägte die F13 nicht nur die zivile Luftfahrt ihrer Ära, sondern legte auch das technische Fundament für spätere Klassiker wie die Junkers Ju 52, besser bekannt als „Tante Ju“.

Ein Exemplar dieser Ju 52, die D-AQUI, wird bis heute von der 1986 gegründeten Deutschen Lufthansa Berlin-Stiftung betreut.

Dieter Morszeck bringt das Kultflugzeug zurück

Für die Wiederbelebung der F13 sorgt ausgerechnet ein Name, der auf den ersten Blick eher mit Gepäck als mit Fliegerei in Verbindung gebracht wird: Dieter Morszeck, Spross der Rimowa-Dynastie.

Ju F13
Ju F13

Das Material Duraluminium, aus dem einst schon Hugo Junkers seine Flugzeugrümpfe fertigte, kennt die Familie Morszeck bestens – schließlich prägt die charakteristische Riffelstruktur des Leichtmetalls seit Jahrzehnten die legendären Rimowa-Koffer.

Mit Junkers Aircraft lässt Morszeck die F13 nun als formidable Replica mit zeitgemäßer Avionik neu auferstehen, äußerlich jedoch bleibt sie ihrem historischen Vorbild treu.

Fliegen wie vor 100 Jahren: Piloten sitzen weiterhin im Freien

Eine Besonderheit der Neuauflage sorgt bei Passagieren regelmäßig für Erstaunen: Während die Fluggäste in einer geschlossenen Kabine reisen, sitzen die Piloten nach wie vor im offenen Cockpit – postkutschenähnlich den Elementen ausgesetzt.

Ju F13
Ju F13

Der Grund liegt in der Flugzeuggeschichte selbst: Vor der Erfindung moderner Navigationsinstrumente mussten Piloten sich rein visuell orientieren und Wetterumschwünge sowie Flugverhalten unmittelbar am eigenen Körper spüren.

Im Winter bedeutete das für die Besatzung nicht selten klirrende Kälte im offenen Führerstand.

Formationsflug über den Rhein: Drei Maschinen im Gleichklang

Der Start der drei F13-Nachbauten erfolgte auf der grasbewachsenen, leicht unebenen Piste des Flugplatzes EDKL. Mit satten Motorengeräuschen hoben die Maschinen nacheinander ab und zogen gemächlich, aber bestimmt ihre Bahnen über die Landschaft.

Legendäre Ju F13 fliegt in Dreier-Formation über den Rhein
Legendäre Ju F13 fliegt in Dreier-Formation über den Rhein

Der Rhein sowie markante Landmarken wie der Kölner Dom zogen deutlich sichtbar am Fenster vorbei – ein Reiseerlebnis in seiner ursprünglichsten Form, entschleunigt und unmittelbar. Besonders eindrucksvoll gestaltete sich das disziplinierte Positionswechseln der drei Flugzeuge innerhalb der Formation, das an das Verhalten dreier behäbiger, aber wendiger Hummeln erinnerte, die von Blüte zu Blüte hüpfen.

Das professionell koordinierte Manöver unterstrich das fliegerische Können der beteiligten Piloten und machte den Formationsflug zu einem der Höhepunkte der Veranstaltung.

Landung im Spalier historischer Junkers-Modelle

Zum Abschluss des Flugs sank die Formation über dem Flugplatz ab und landete vor den Augen weiterer Junkers-Nachbauten der Typen A50 und A60, die als Ehrenspalier bereitstanden.

Damit unterstreicht der Auftritt der F13-Formation eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Wiederbelebung historischer Junkers-Modelle mittlerweile in der deutschen Luftfahrtszene einnimmt.

Das Ganze lässt einen Zeit-Connoisseur wie mich bereits jetzt auf weitere Geschichten rund um die klassischen Maschinen hoffen…

Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: Udo Stern

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