Das Turiner Unternehmen ErreErre Fuoriserie hat mit dem ForGiotto ein außergewöhnliches Projekt vorgestellt, das die Vision des legendären Ingenieurs Giotto Bizzarrini zum Leben erweckt.


Das Fahrzeug ist keine klassische Restaurierung, sondern eine „RetroVision“ – die Verwirklichung eines Traums, der jahrzehntelang unvollendet blieb.

➡️ Was ist der Fahrgasmus? Hunderte Artikel zu besonderen Luxusautomobilen finden Sie beim Fahrgasmus hier im Shots Magazin.

Die Geschichte hinter dem Projekt

Giotto Bizzarrini prägte die Automobilgeschichte nachhaltig. Nach seinem Ausscheiden bei Ferrari entwickelte er 1962 für die Scuderia Serenissima den 250 GT Breadvan, ein Fahrzeug mit revolutionärer Aerodynamik für die 24 Stunden von Le Mans.

Die charakteristische, abrupt endende Heckpartie folgte den aerodynamischen Prinzipien des deutschen Ingenieurs Wunibald Kamm aus den 1930er Jahren.

In den folgenden Jahren schuf Bizzarrini weitere Meilensteine, darunter den Iso Grifo A3/C, der 1963 auf dem Turiner Autosalon präsentiert wurde.

Das Rennfahrzeug, dessen Karosserie von Giorgetto Giugiaro entworfen wurde, blieb Bizzarrinis Lieblingsprojekt. Ein Wunsch des Ingenieurs blieb jedoch unerfüllt: die Anwendung des Breadvan-Konzepts auf den A3/C.

Von der Vision zur Realität

Diese unvollendete Idee teilte Bizzarrini mit seinem Schüler Fabrizio Rossini, der von 1996 bis 2001 in Livorno mit dem Meister zusammenarbeitete.

Rossini hatte sich durch seine Beharrlichkeit und Leidenschaft das Vertrauen Bizzarrinis verdient – nachdem er mit seinem Wohnwagen vor dem Haus des Ingenieurs campierte, durfte er bei ihm lernen.

Heute setzt Rossini gemeinsam mit Gianluca Rubatto und ErreErre Fuoriserie diesen Traum in die Tat um. Das Resultat ist der ForGiotto, eine Würdigung an Bizzarrinis Genius und seine nie nachlassende Überzeugung von der Bedeutung der Aerodynamik.

ErreErre Fuoriserie ForGiotto - Hommage an Giotto Bizzarrini
ErreErre Fuoriserie ForGiotto – Hommage an Giotto Bizzarrini

Design und Technik im Einklang

Der ForGiotto besticht durch klare, fließende Linien und perfekte Balance zwischen Sportlichkeit und Aerodynamik.

Die Front zeigt sich spitz zulaufend mit dem markanten ErreErre-Logo und einer ausgeprägten Lufthutze für den großen Kühler. An der Seite fallen die charakteristischen Zentralverschlüsse der Räder auf – eine Lösung historischer Rennwagen.

Das abgeschnittene Heck mit harmonisch gerundeter Unterseite optimiert die Luftführung und trägt die ForGiotto-Signatur.

Im Inneren herrscht funktionale Eleganz: Ein dreispeichiges Holzlenkrad, analoge Rundinstrumente im Aluminium-Armaturenbrett und hochwertige Lederausstattung in klassischem „Cuoio“ schaffen Rennwagen-Atmosphäre mit zeitloser Klasse.

Authentische Technik aus der Ära

Als Basis dient das mechanische Fundament des Iso A3/C. Unter der handgetriebenen Aluminiumkarosserie arbeitet ein Chevrolet V8 „Small Block“ 327 mit 5.358 Kubikzentimetern Hubraum und einer Leistung zwischen 300 und über 400 PS.

Es ist jener Motor, der nahezu alle Bizzarrini-Fahrzeuge antrieb. Das vierstufige BorgWarner-Getriebe ermöglicht die Wahl verschiedener Übersetzungen.

Mit einem Gewicht von rund 1.200 Kilogramm erreicht der ForGiotto eine Höchstgeschwindigkeit von über 250 Stundenkilometern. Die Dimensionen betragen etwa 4.369 Millimeter Länge, 1.730 Millimeter Breite und 1.110 Millimeter Höhe bei einem Radstand von 2.450 Millimetern.

Alle sieben Bilder können Sie in diesem Instagram-Post sehen:

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von ERREERRE (@erreerrefuoriserie)

Exklusivität und Individualisierung

ErreErre Fuoriserie produziert den ForGiotto in Zusammenarbeit mit Iso Restoration, die nach der Schließung von Iso Rivolta 1974 das gesamte Ersatzteillager übernahmen.

Kunden können nun zwischen zwei Varianten wählen: maximal fünf Exemplare mit originalen A3/C-Rahmen und autorisierten Bauteilen oder Neuaufbauten mit modernisierten Komponenten.

Jedes Fahrzeug wird in der eleganten Lackierung „Azzurro Nuvola“ hergestellt und kann über einen hochmodernen Konfigurator nach individuellen Wünschen gestaltet werden.

Die erste Auslieferung ist für August 2026 vorgesehen. Der Preis beginnt bei 690.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer, inklusive des A3/C von Iso Restorations.

Turiner Handwerkskunst

ErreErre Fuoriserie wurde 2021 in Turin von Gianluca Rubatto, seinem Vater Luca Rubatto und Fabrizio Rossini gegründet. Das Unternehmen verbindet traditionelle italienische Handwerkskunst mit modernsten Konstruktionstechniken.

Nach der Giulia Classic und der Alleggerita – beide Hommagen an die Alfa Romeo Giulia von 1962 auf Basis des modernen Quadrifoglio – markiert der ForGiotto jetzt einen neuen Höhepunkt in der noch jungen Firmengeschichte.

Mit diesem Projekt schließt sich ein Kreis: Ein Traum aus den 1960er Jahren wird Wirklichkeit und ehrt einen Mann, der die Automobilwelt nachhaltig geprägt hat…

Sierks Media / © Fotos: ErreErre Fuoriserie

Auf einen Klick: ▶ Luxus | ▶ Mode | ▶ Auto | ▶ Schönheit | ▶ Reise | ▶ Stil | ▶ Trend


Rubriken: Motor