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Wer dachte, die EU hätte das Ende des Verbrennungsmotors schon vor Jahren sauber durchgetaktet und dann gestern wieder aufgehoben, darf jetzt einmal herzhaft lachen. Oder weinen. Oder beides gleichzeitig.
Denn das große „Verbrenner-Aus“ ab 2035 – zum Glück angeblich beendet – fährt politisch eher wie ein alter Diesel mit zugesetztem Partikelfilter: ruckelnd, laut und mit viel gelabertem Feinstaub.
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Was eigentlich geplant war
Ab 2035 sollten neue Pkw offiziell null Gramm CO₂ ausstoßen. Null Komma null. Nichts. Damit wären alle hiesigen Autohersteller definitiv pleite und Benziner sowie Diesel de facto Geschichte gewesen.
Und könnten höchstens noch als Gebrauchtwagen oder im Museum vor sich hin röhren. Diese Regelung stand so in der Verordnung. Schwarz auf Weiß, ohne Smiley dahinter.
Natürlich als Schande für alle Auto-Enthusiasten, die nicht auf einer Lithium-Batterie reiten wollen. Was so ziemlich alle Autofahrer denken, die nachts um 03.00 Uhr in Berlin eine sichere Ladestation suchen.
Was jetzt passiert
Plötzlich heißt es aus der EU-Kommission: „Null? Ach, sagen wir… …90.“ Statt eines vollständigen CO₂-Stopps sollen 90 Prozent an Reduktion reichen.
Das klingt ein bisschen, als hätte jemand beim Klassenarbeit-Auswerten gemerkt, dass eine 1- doch ziemlich streng ist und lieber eine 2+ verteilt.
Ergebnis: Ein kleiner Rest an Neuwagen mit Verbrennungsmotor dürfte weiter auf Europas Straßen rollen – sofern sie mit E-Fuels oder anderen klimafreundlichen Wundermitteln gefüttert werden.
Politischer Slapstick
Deutschland winkt begeistert und ruft: „Endlich Luft für E-Fuels!“ Medien vermelden das „Aus vom Verbrenner-Aus“. Umweltverbände legen sich dramatisch vor den imaginären Auspuff und schreien: „Nein, bleibt bei den 100 Prozent!“
Und irgendwo dazwischen versucht Brüssel, ernst zu wirken. Die Neuerungen sind zwar angestoßen, aber noch nicht beschlossen. Also quasi im Schwebezustand zwischen „kommt bestimmt“, „war nur eine Idee beim Mittagessen“ oder „wir brauchten gerade dringend irgendeine Schlagzeile“.

Und was heißt das jetzt?
Für Hersteller bleibt der Kurs weiterhin klar: Wer 90 Prozent CO₂ einsparen will, kommt am Elektroauto nicht vorbei. Der Verbrenner wird zur Randfigur mit straffem CO₂-Mieder.
Für Kundinnen und Kunden bedeutet es: Verbrenner verschwinden nicht abrupt, aber sie werden teurer, seltener und vermutlich irgendwann so hipsterig wie Schallplatten, nur garantiert mit Steueraufschlag.
Fazit
Kurzum: Das minimale „Aus vom Verbrenner-Aus“ ist noch lange nicht durch, aber schon jetzt ein Witz auf vier Rädern.
Und wie bei jeder guten Komödie weiß niemand so genau, wie das Finale aussehen wird.
Nur eins ist sicher: Es bleibt peinlich laut auf der politischen Bühne. Auch ohne Motorengeräusch.
| Aspekt | Stand ursprünglich (100% Ziel) | Stand Ende 2025 (angekündigt) |
|---|---|---|
| CO₂-Ziel 2035 | 100% Reduktion, faktisch keine neuen Verbrenner mehr | 90% Reduktion, kleiner Verbrenner-Anteil weiter möglich |
| Rolle von E-Fuels | Nur Sonderausnahmen, eher „außerhalb“ der Flottenziele | Explizite Öffnung für E-Fuel-Verbrenner in den Flottenzielen |
| Politischer Status | Beschlossene Verordnung mit Überprüfung 2026 | Änderungsvorschlag der Kommission, Rat und Parlament noch offen |
Sierks Media / © Fotos: Oscar Sutton (1), Nick Thomas (1), Unsplash





