Der italienische Supersportler-Hersteller Lamborghini hat sein erstes geplantes Serien-Elektrofahrzeug kürzlich still und leise beerdigt.


Der Lanzador, der als vollelektrisches Modell konzipiert war, wird nun wohl als Plug-in-Hybrid auf den Markt kommen.

Null Nachfrage

Intern wurde das Projekt bereits Ende 2025 eingestellt, öffentlich bestätigt hat Lamborghini den Schritt jetzt im Februar 2026. Der Lanzador sollte das erste vollelektrische Serienmodell der Marke werden – daraus wird nichts.

Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann liefert gegenüber der „Sunday Times“ eine klare Begründung: Die Nachfrage nach rein elektrischen Fahrzeugen in der Zielgruppe sei „close to zero“.

Also bei 0,0. Käufer eines Lamborghini wollten vor allem eines – Sound und das emotionale Erlebnis eines Verbrenners.

Ladestation? What’s that?

Für eine Marke, deren Identität maßgeblich über Motorenklang und Fahrgefühl definiert wird, ist das eine entscheidende Botschaft aus dem Markt. Wer einen Lamborghini kauft, denkt nicht an zusätzlichen Stress mit Ladezeiten.

Für die Zielgruppe – Menschen mit erheblichem Vermögen, die für einen Sportwagen sechsstellige Summen ausgeben – sind Reichweitenangst, Schnellladestopp auf der Autobahn oder die Suche nach einer freien Ladesäule schlicht kein akzeptables Nutzungsszenario.

Vor allem nicht, wenn man nachts in Berlin oder Hamburg eine Ladestation suchen muss und dabei Gefahr läuft, die eigene Sicherheit zu riskieren. Ein Supersportwagen soll spontan verfügbar sein, jederzeit und ohne Vorbereitung.

Stephan Winkelmann mit dem Lanzador
Stephan Winkelmann mit dem Lanzador

Emotion und Regulierung

Der Tankvorgang als Verbrenner dauert drei Minuten – das ist für diese Klientel der Standard, von dem sie nicht abweichen wollen.

Die Alltagsrealität eines Elektroautos, mit all ihren logistischen und problematischen Anforderungen, passt schlicht nicht zum Lebensstil und den Erwartungen, die in diesem Preissegment herrschen.

Statt einen reinen Stromer zu bauen, setzt Lamborghini nun auch auf Plug-in-Hybridtechnologie. Der Hersteller bezeichnet diesen Ansatz als die aktuell „passendste Lösung“.

Auf absehbare Zeit tot

CO₂-Emissionen lassen sich so senken, ohne die typische Marken-DNA aufzugeben. Der Lanzador soll demnach mit elektrischer Unterstützung, aber weiterhin mit Verbrennungsmotor kommen.

Damit ist die Richtung klar: Lamborghini wird auf absehbare Zeit kein reines Elektroauto anbieten. Einige Modelle bleiben auf Hybridtechnik ausgerichtet.

Fakt ist: Elektroautos lassen sich nur über Förderprämien und mit Billig-Leasingraten annähernd ausreichend absetzen. Wer keine Lust auf große Probleme und permanente Umständlichkeiten hat, fährt weiterhin Verbrenner.

Sierks Media / © Fotos: Automobili Lamborghini S.p.A.

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