Ein Kratzer durch einen Einkaufswagen, Steinschläge auf der Autobahn oder matte Stellen durch jahrelange Sonneneinstrahlung – fast jeder Autobesitzer hat früher oder später mit Lackschäden zu tun.


Was zunächst harmlos erscheint, kann langfristig zu Rost und teuren Reparaturen führen.

Warum Autolack mehr ist als nur eine Frage der Optik

Der Lack eines Fahrzeugs dient nämlich nicht nur der Optik, sondern schützt die Karosserie auch vor Feuchtigkeit, Schmutz und anderen Umwelteinflüssen.

Wird diese Schutzschicht beschädigt, kann Wasser bis zum Metall vordringen. Besonders an Kanten, Falzen und Radläufen steigt dadurch das Risiko von Korrosion. Deshalb lohnt es sich, kleinere Schäden frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Welche Lackschäden treten am häufigsten auf?

Nicht jeder Schaden erfordert die gleiche Vorgehensweise. Wer die Art der Beschädigung richtig einschätzt, kann gezielt handeln und unnötige Kosten vermeiden.

Oberflächliche Kratzer

Viele Kratzer betreffen lediglich die Klarlackschicht. Sie entstehen beispielsweise durch Äste, falsche Fahrzeugwäsche oder leichte Berührungen beim Einparken. Oft sind sie im Licht sichtbar, lassen sich jedoch kaum mit dem Fingernagel ertasten.

Tiefe Kratzer

Reicht ein Kratzer bis in die Farbschicht oder sogar bis zum Metall, sollte er möglichst zeitnah repariert werden. Solche Beschädigungen erhöhen das Risiko von Rostbildung erheblich.

Steinschläge

Steinschläge treten vor allem an der Fahrzeugfront auf, etwa an Motorhaube, Stoßfänger oder Außenspiegeln. Auch kleine Beschädigungen können problematisch werden, wenn das Metall freiliegt und Feuchtigkeit eindringen kann.

Matte oder stumpfe Lackstellen

Durch UV-Strahlung, Witterungseinflüsse oder unsachgemäße Reinigung kann der Lack mit der Zeit an Glanz verlieren. Besonders Fahrzeuge, die häufig im Freien stehen, sind davon betroffen.

So erkennst du die Schwere eines Lackschadens

Ein einfacher Fingernageltest hilft bei der Einschätzung: Bleibt der Nagel nicht hängen, befindet sich der Schaden meist nur in der obersten Lackschicht. Spürst du dagegen eine deutliche Vertiefung, sind wahrscheinlich tiefere Schichten betroffen.

Achte außerdem auf Verfärbungen. Helle oder graue Stellen deuten oft auf beschädigte Farbschichten hin. Sind bereits bräunliche Verfärbungen sichtbar, kann sich Rost gebildet haben.

Kleine Lackschäden selbst ausbessern

Viele kleinere Beschädigungen lassen sich mit etwas Geduld selbst reparieren.

Gründliche Reinigung als erster Schritt

Vor jeder Reparatur sollte die betroffene Stelle gründlich gereinigt und entfettet werden. Schmutz, Staub oder Fett können die Haftung neuer Lackschichten beeinträchtigen.

Rost konsequent entfernen

Ist bereits Rost vorhanden, sollte dieser vollständig entfernt werden. Eine Überlackierung ohne vorherige Behandlung löst das Problem nicht und führt häufig dazu, dass der Schaden erneut auftritt.

Autolackierung
Autolackierung

Den passenden Farbton verwenden

Für ein möglichst unauffälliges Ergebnis ist die Wahl des richtigen Farbtons entscheidend. Der Lackcode des Fahrzeugs dient dabei als wichtige Orientierung. Bei älteren Fahrzeugen können jedoch altersbedingte Farbabweichungen auftreten.

Lieber mehrere dünne Schichten auftragen

Ob Lackstift oder Sprühlack: Mehrere dünne Schichten liefern in der Regel ein besseres Ergebnis als eine dicke Schicht. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten sollte ausreichend Zeit zum Trocknen eingeplant werden.

Für ein möglichst professionelles Ergebnis spielen die richtigen Materialien eine wichtige Rolle. Wer sich über Lackstifte, Sprühlacke, Grundierungen oder Klarlacke informieren möchte, findet bei CROP passende Produkte und hilfreiche Informationen rund um die Fahrzeuglackierung.

Schutzmaßnahmen für einen dauerhaft gepflegten Lack

Vorbeugen ist oft einfacher als Reparieren. Deshalb setzen viele Fahrzeughalter auf zusätzliche Schutzmaßnahmen.

Wachs

Klassisches Autowachs sorgt für Glanz und lässt Wasser leichter abperlen. Allerdings muss die Schutzschicht regelmäßig erneuert werden.

Lackversiegelung

Synthetische Versiegelungen bieten meist eine längere Schutzwirkung und sind besonders pflegeleicht.

Keramikbeschichtung

Eine Keramikversiegelung bildet eine besonders widerstandsfähige Schutzschicht und schützt den Lack effektiv vor Schmutz, Chemikalien und Umwelteinflüssen.

Diese Bereiche solltest du besonders im Blick behalten

Viele Lackprobleme entstehen an Stellen, die bei der Fahrzeugpflege häufig übersehen werden.

Dazu gehören beispielsweise Radläufe, Türunterkanten, Schweller, Falze und Kanten, die Heckklappe sowie Bereiche unter Dachträgern oder anderen Anbauteilen. Eine regelmäßige Reinigung und Kontrolle dieser Bereiche kann helfen, größere Schäden frühzeitig zu vermeiden.

Wann sollte ein Profi übernehmen?

Nicht jede Lackbeschädigung eignet sich für eine Eigenreparatur. Professionelle Unterstützung empfiehlt sich insbesondere bei großflächigen Schäden, Metallic- oder Perleffektlacken, sichtbaren Übergängen im Blickfeld, fortgeschrittener Rostbildung oder Beschädigungen an tragenden Karosserieteilen.

Ein Fachbetrieb kann die Schäden fachgerecht beurteilen und oft deutlich unauffälligere Ergebnisse erzielen. Wer seinem Fahrzeug regelmäßig etwas Aufmerksamkeit schenkt, kann den Lack langfristig in einem guten Zustand halten.

So bleiben kleine Beschädigungen überschaubar und entwickeln sich nicht zu kostspieligen Reparaturen.

Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: bogdan.hoda, de.depositphotos.com

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