Wenn Ihnen jemand sagt, Sie sollen drei Tore schießen, um Ihr Land in die WM-Playoffs zu bringen – normalerweise nicken Sie höflich dem Trainer zu und es klappt garantiert nicht.


Nicht so Troy Parrott. Der Mann hat offenbar kein Interesse an Drama, langen Ausreden oder Elfmeterschießen. Warum auch kompliziert, wenn es einfach geht?

Ungarn – Irland

In Ungarn stand die Republik Irland mit dem Rücken zur Wand. 2:2, Schlussminuten und der WM-Traum wackelt bedenklich. Die Nation hält kollektiv die Luft an, der Trainer kaut vermutlich seinen dritten Kaugummi durch und irgendwo in Dublin bestellt schon jemand prophylaktisch Trost-Whiskey.

Doch Parrott hatte wohl andere Pläne und erledigte die Sache kurzerhand selbst: Tor Nummer eins – ein Elfmeter, nett. Tor Nummer zwei – sehr schön.

Tor Nummer drei in letzter Sekunde? Legendär. Hattrick, 2:3, Schlusspfiff, Playoffs gebucht. Bitte, gerne. Feierabend.

Parrotts Heldengeschichte 

Und als wäre das nicht genug Heldengeschichte für eine Woche, hatte er kurz zuvor bereits Portugal mit einem Doppelpack (2:0) nach Hause geschickt. Ja, das Portugal. Das Team mit Cristiano Ronaldo und diesen ganzen fancy Spielern.

Parrott hat sich davon offenbar nicht beeindrucken lassen. Zwei Tore, null Gegentore, Portugal steht da wie bestellt und nicht abgeholt. Die portugiesische Abwehr sucht vermutlich noch immer nach Antworten – und nach Parrott, der währenddessen schon längst auf dem Weg nach Ungarn war.

 

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Anscheinend hat bei seinem jetzigen Verein AZ Alkmaar niemand vergessen, ihm zu sagen, dass er auch in der Nationalmannschaft performen darf. In den Niederlanden gilt der 23-Jährige bereits als Führungsspieler, aber dass er seine Knipser-Qualitäten so konsequent auch im grünen Trikot abruft, war nicht unbedingt zu erwarten.

Schwere Karriere

Immerhin hatte seine Karriere auch schon andere Kapitel – man denke an diverse Leihen, bei denen die Fußballwelt noch nicht gerade Schlange stand, um seine Autogramme zu sammeln.

Aber jetzt? Jetzt redet ganz Irland über Troy Parrott. Während andere Stürmer von Torhunger sprechen und sich mit philosophischen Pressekonferenzen beschäftigen, scheint Parrott eher nach dem Buffet-Prinzip zu leben.

Warum nur eins nehmen, wenn man auch drei haben kann? Fünf Tore in zwei entscheidenden Spielen – das ist keine Form mehr, das ist ein Rausch. Ein grüner, irischer Torrausch.

Verdientes Irland

Die irischen Fans dürften sich mittlerweile die Augen reiben. Nach Jahren des Mittelmaßes und verpassten Turnieren kommt da plötzlich ein junger Kerl um die Ecke und macht einfach mal die WM-Playoffs im Alleingang klar.

Social Media überschlägt sich bereits mit Parrott-Memes und irgendwo wird schon an einem Volkslied gebastelt. „Troy, Troy, er schießt einfach Tore.“ Der Text schreibt sich praktisch von selbst.

Irland jedenfalls wird ihm vermutlich bald ein Denkmal bauen. Oder zumindest lebenslang Guinness spendieren. Vielleicht auch beides…

Sierks Media / © Foto: Symbolbild, KI-generierte Visualisierung erstellt mit Microsoft Designer (designer.microsoft.com) und DALL·E (OpenAI)

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