Mit gerade einmal zwei Dutzend an Beschäftigten liefert die ostbayerische Bohrer Maschinenbau GmbH ihre Spezialanlagen nach Afrika, Südamerika und Asien.


Der Familienbetrieb zeigt, wie Spezialisierung, Qualität und ein klarer Fokus selbst kleinen Unternehmen den Weg auf internationale Märkte eröffnen.

Wer Weltmarkt hört, denkt meist an große Industriekonzerne. Dass auch ein Familienbetrieb mit 25 Beschäftigten weltweit erfolgreich sein kann, zeigt die Bohrer Maschinenbau GmbH aus Regenstauf.

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Weltweite Kastenwaschanlagen

Mit ihren Kastenwaschanlagen beliefert das Unternehmen heute Kunden in der halben Welt. Rund jede zweite Maschine geht inzwischen ins Ausland – und das aus einem Werk in der Oberpfalz.

„Es gibt eigentlich überall Kästen oder Kisten, die gewaschen werden müssen. Wenn dann die Qualitäts- und Leistungsanforderungen steigen, dann steigen auch unsere Chancen, ein Geschäft zu machen, ganz einfach“, sagt Vertriebsleiter Johannes Scheck.

Dabei war das Unternehmen nicht von Anfang an auf diesen Markt spezialisiert. Als Firmengründer Ludwig Bohrer den Betrieb 1973 gründete, standen zunächst Leimauftragsmaschinen für die Holzindustrie im Mittelpunkt.

In zweiter Generation

Mit der rückläufigen Nachfrage verlagerte sich der Schwerpunkt Schritt für Schritt auf Kastenwaschanlagen – eine Entscheidung, die den Weg auf internationale Märkte ebnete. Seit 2006 führt Georg Bohrer den Familienbetrieb in zweiter Generation.

Heute entwickelt und fertigt Bohrer individuelle Kastenwaschanlagen für die Getränkeindustrie, Krankenhäuser, die Lebensmittelbranche und die Logistik. Jede Anlage wird auf den jeweiligen Einsatzbereich zugeschnitten – vom Reinigungsgrad bis zur Größe der Behälter.

Die Getränkeindustrie bleibt dabei das wichtigste Standbein des Unternehmens. „Da kommen wir her und da sind wir auch groß geworden“, sagt Geschäftsführer Georg Bohrer.

Präsenz auf Messen

Eine wichtige Rolle im Exportgeschäft spielen seit vielen Jahren die internationalen Leitmessen Drinktec in München und BrauBeviale in Nürnberg. Für Bohrer sind sie das Tor zur Welt. „Wir müssen nur ein paar Stunden fahren und haben schon die ganze Welt vor der Tür.“

Geschäftsführer Georg Bohrer (links) und Vertriebsleiter Johannes Scheck von der Bohrer Maschinenbau GmbH.
Geschäftsführer Georg Bohrer und Vertriebsleiter Johannes Scheck von der Bohrer Maschinenbau GmbH.

Wie früh das Unternehmen die Chancen internationaler Märkte erkannte, zeigt ein Blick zurück: Bereits 1993 präsentierte Firmengründer Ludwig Bohrer auf der Drinktec eine neu entwickelte dreistöckige Kastenwaschanlage mit einem Tauchbad und zwei darüberliegenden Waschebenen.

Die erste Anlage wurde an eine bayerische Brauerei geliefert, die zweite ging bereits nach Simbabwe – der Beginn einer internationalen Erfolgsgeschichte. Zu den wichtigsten Auslandsmärkten zählen bis heute Afrika und Südamerika. Der Grund ist das dort weit verbreitete Mehrwegsystem.

Teil des Markenauftritts

Kunststoffkästen werden über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte genutzt und regelmäßig gereinigt – genau dafür entwickelt das Unternehmen seine Anlagen. Schwieriger ist das Geschäft dagegen in Ländern, in denen Mehrwegsysteme kaum verbreitet sind.

Trotz der internationalen Erfolge bleibt Deutschland der wichtigste Maßstab. Hier sind die Anforderungen besonders hoch, weil Getränkekästen längst nicht nur Transportmittel, sondern auch Teil des Markenauftritts sind. „Die Basis muss immer in der Heimat sein, wenn wir es da schaffen, dann geht’s woanders auch“, sagt Bohrer.

Neue Märkte erschließt das Unternehmen über internationale Fachmessen und lokale Partner, die Sprache, Kultur und Marktbedingungen kennen. Deshalb beteiligt sich Bohrer Maschinenbau regelmäßig an Delegationsreisen von Bayern International.

Neue Märkte überall

„Man kennt das Land davor nicht, man kennt sich in der Kultur nicht aus, man weiß nicht, wie stark verbreitet das Mehrwegsystem ist – nach einer solchen Reise ist man einfach immer schlauer“, sagt Johannes Scheck.

„Mit dem internationalen Erfolg wachsen zugleich die Anforderungen im eigenen Betrieb. Qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen, wird zunehmend schwieriger“, sagt Georg Bohrer. Deshalb bildet das Unternehmen kontinuierlich aus und investiert in den eigenen Nachwuchs.

Die Perspektiven bleiben dennoch positiv. Neue Märkte wie Indien rücken ebenso in den Blick wie zusätzliche Einsatzfelder, etwa in der Pharmaindustrie. Denn überall dort, wo Kisten und Kästen gereinigt und wiederverwendet werden, wächst auch der Bedarf an den Spezialanlagen aus Regenstauf…

Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: iamtui7, de.depositphotos.com (1), obx-news, HWK, Nesselrode (1) / Quelle: obx-news

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