Ohne Bienen kein Leben: So knapp lässt sich zusammenfassen, warum sich der Mensch stärker um seine geflügelten, Honig produzierenden Mitgeschöpfe kümmern sollte. Mehr als sieben Millionen Bienenvölker sind in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits in Europa verschwunden – viele davon auch hierzulande.

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Das liegt vor allem daran, dass Bienen keine Nahrung mehr finden, weil Felder oft nur mit Monokulturen bebaut sind und es kaum noch blühende Wiesen gibt, auf denen die fleißigen Bestäuber ihren Nektar sammeln können. Eine Initiative im ostbayerischen Landkreis Amberg-Sulzbach will jetzt das Bienen-Bewusstsein wieder schärfen – und lädt im einzigen Wildbienenpark Bayerns zum Hausbesuch bei den Honigmachern ein.

Der rund drei Kilometer lange Lehrpfad ist eine Initiative des Bienenzuchtvereins Edelsfeld. An insgesamt 26 Stationen können große und kleine Besucher auf dem Weg zwischen den beiden Ortschaften Schönlind und Eberhardsbühl den brummenden Nektarsammlern ganz nah kommen. Besonders beliebt: Das Bienenhaus mit seinen „Live-Einblicken“ in das Leben eines Bienenvolkes.

Es ist die traurige Entwicklung des Bienensterbens, das die Ehrenamtlichen im Verein dazu motivierte, den Wildbienenpark anzulegen. „Etliche Wildbienenarten sind bereits ausgestorben, viele stehen auf der roten Liste“, sagt Hans Strehl, der langjährige ehemalige Vorsitzende des Vereins.

Hausbesuch bei den Honigmachern
Hausbesuch bei den Honigmachern

Er stand bis zu diesem Frühjahr an der Spitze der Gemeinschaft, die er mit viel Leidenschaft führte. In seiner Zeit als Vorsitzender wuchs der Verein von rund 20 auf knapp 500 Mitglieder. „Eine kleine Massenbewegung“, wie sein Nachfolger Joachim Pickel bei der Rede zum Wechsel an der Spitze bemerkte.

„Durch die Industrialisierung der Landwirtschaft und den stetigen Landverbrauch durch Industrie und Infrastrukturprojekte werden die Lebensräume und Nahrungsquellen immer mehr rücksichtslos reduziert“, sagt Strehl. Durch die chemische Keule erfolge dann oft der endgültige Todesstoß, so der Bienenfreund, der selbst auch Imker ist.

Das Bienensterben bedroht langfristig auch den Menschen. Denn die Insekten bestäuben rund 80 Prozent aller Nutzpflanzen in Landwirtschaft und Gartenbau. Ohne Bienen könnten diese keine Früchte tragen. Wissenschaftler schätzen, dass rund ein Drittel aller unserer Lebensmittel durch die Mithilfe von Bienen entstehen.

Hausbesuch bei den Honigmachern
Hausbesuch bei den Honigmachern

Der Lehrpfad will mit seinen zahlreichen Infotafeln und Exponaten aus der Welt der Bienen kräftig dabei mithelfen, mehr Menschen zu Insekten- und Bienenfreunden zu machen. „Fast jeder kann etwas dazu beitragen, den Lebensraum der Bienen, Wildbienen und Hummeln und unsere Umwelt zu schützen, beispielsweise durch die richtigen Pflanzen und Kräuter im eigenen Garten“, sagt Strehl.

Zusätzlich können Besucher auf dem Pfad auch mehr erfahren über die fleischfressenden Verwandten der Bienen – Hornissen und Ameisen. Deren Vorfahren spalteten sich vor rund 200 Millionen Jahren vom Stammbaum der Bienen ab.

Der Besuch des Bienenlehrpfads ist kostenlos. Auch Führungen, beispielsweise für Schulklassen und Vereine, bietet der Verein an. Mehr Informationen: oberpfaelzer-bienenlehrpfad.de.

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Fotos: Pixabay, CC0 Public Domain (2), obx-news, Bienenzuchtverein Edelsfeld (1) / Quelle: obx-news

Rubriken: Accessoires