Wer an Irland denkt, hat meist sofort Bilder im Kopf: endlose grüne Weiden, steile Küstenabschnitte und gemütliche Pubs, in denen traditionelle Musik gespielt wird.


Doch die Insel bietet weit mehr als diese Postkartenmotive. Für Reisende liegt der Reiz oft im Detail, in der Mischung aus dramatischer Natur und einer tief verwurzelten Geschichte.

Wer eine Tour plant, steht vor der Qual der Wahl, denn trotz der überschaubaren Größe der Insel lässt sich kaum alles in einem Urlaub erkunden. Es gilt, Schwerpunkte zu setzen und die Route klug zu wählen, um das Land wirklich zu verstehen.

Logistik und die Frage der Fortbewegung

Bevor die ersten Sehenswürdigkeiten angesteuert werden, stellt sich die Frage nach dem Transportmittel. Der Linksverkehr stellt für viele Festlandeuropäer eine Hürde dar, besonders auf den oft einspurigen und von Hecken gesäumten Nebenstraßen im ländlichen Raum.

Mietwagen bieten zwar Flexibilität, erfordern aber volle Konzentration und Nervenstärke. Wer die Landschaft genießen möchte, ohne ständig auf den Gegenverkehr achten zu müssen, wählt oft andere Optionen.

Eine organisierte deutschsprachige Irland Tour bietet hier eine entspannte Alternative, bei der Reiseleiter zudem Hintergrundwissen vermitteln, das in keinem Reiseführer steht. So entgeht man dem Stress der Navigation und kann sich voll auf die visuellen Eindrücke konzentrieren.

Der Herzschlag der Hauptstadt

Dublin fungiert meist als Start- und Endpunkt. Ein Fehler wäre es jedoch, die Stadt nur als Transitstation zu nutzen. Abseits des berühmten, aber oft überfüllten Viertels Temple Bar, findet man das authentische Irland.

Ein Besuch im Trinity College, um das Book of Kells zu sehen, gehört zwar zum Standardprogramm, lohnt sich aber wegen der architektonischen Imposanz der alten Bibliothek allemal. Interessanter wird es oft südlich des Flusses Liffey. Die Parks wie St. Stephen’s Green bieten Ruhezonen inmitten des städtischen Trubels.

Wer Geschichte greifbar erleben will, besucht das Kilmainham Gaol. Das ehemalige Gefängnis erzählt die schmerzhafte Geschichte des irischen Unabhängigkeitskampfes eindrücklicher als jedes Museum.

Dublin
Dublin

Naturgewalten am Wild Atlantic Way

Zieht es Reisende aus der Stadt hinaus, führt fast kein Weg am Westen vorbei. Der Wild Atlantic Way gilt als eine der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt. Die Cliffs of Moher sind hierbei die bekannteste Anlaufstelle. Um den Touristenmassen zu entgehen, empfiehlt sich ein Besuch in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend.

Doch der Westen hat noch andere Facetten. Nördlich der Klippen erstreckt sich der Burren – eine karge Karstlandschaft, die wie eine Mondoberfläche wirkt und einen starken Kontrast zum sonst so üppigen Grün bildet. Weiter südlich lockt der Ring of Kerry.

Doch erfahrene Irland-Kenner weichen oft auf die Halbinsel Dingle aus. Die Landschaft wirkt dort noch ursprünglicher, die Straßen sind weniger befahren und die gälische Sprache ist im Alltag der Bewohner noch immer präsent.

Der mystische Norden und die Steine der Riesen

Lange Zeit mieden Touristen Nordirland aufgrund der politischen Spannungen. Heute zählt die Region zu den spannendsten Zielen der Insel.

Belfast hat sich zu einer modernen Metropole gewandelt, die ihre Geschichte im Titanic Belfast Museum aufarbeitet. Ein Stück weiter nördlich wartet der Giant’s Causeway.

Die rund 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, die ins Meer ragen, wirken wie von Menschenhand geschaffen, sind aber das Ergebnis vulkanischer Aktivität vor Millionen von Jahren.

Kulinarik jenseits von Eintopf

Ein veraltetes Vorurteil besagt, dass man in Irland schlecht isst. Das Gegenteil ist mittlerweile der Fall. Die „Grüne Insel“ nutzt ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse für eine moderne Küche.

Besonders an der Küste kommen Fisch und Meeresfrüchte in einer Qualität auf den Tisch, die in Europa ihresgleichen sucht. In Städten wie Cork, oft als die kulinarische Hauptstadt bezeichnet, findet man auf dem English Market lokale Spezialitäten wie Farmkäse und geräucherten Lachs.

Der Abend klingt traditionell im Pub aus – nicht zwingend zum Trinken, sondern als sozialer Mittelpunkt des Dorflebens, wo Geschichten erzählt und Fremde schnell ins Gespräch eingebunden werden.

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Sierks Media / © Fotos: Ainars Djatlevskis (1), Paul Costello (1), Unsplash

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