Pünktlich zu den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 22. Februar 2026) zeigt der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) nun eine technologische Neuerung, die im Kampf um Hundertstelsekunden den entscheidenden Unterschied machen könnte.


Denn in Zusammenarbeit mit BMW entwickelte der Verband maßgeschneiderte Schuhsysteme, die den deutschen Athleten erstmals individuelle Lösungen statt Einheitsware bieten.

Vom Standardschuh zur Präzisionstechnologie

Vier Jahre Entwicklungsarbeit stecken in den neuen Sprintschuhen für Bob- und Skeletonfahrer. Der Ausgangspunkt war simpel: Bislang gab es für die Athleten keine Alternative zu einem einzigen Standardmodell.

Das erkannte Optimierungspotenzial war erheblich – schließlich investieren die Sportler rund 80 Prozent ihrer Trainingszeit in die Athletik, und der Start entscheidet maßgeblich über das Rennergebnis.

Die Lösung orientiert sich an der Leichtathletik, wo Sprintspikes seit Jahrzehnten kontinuierlich weiterentwickelt werden. Diese bewährten Schuhe, die die Wintersportler ohnehin im Sommertraining nutzen, bildeten die Grundlage für die eisspezifische Anpassung.

Bob und Skeleton - innovative Hightech-Schuhe
Bob und Skeleton – innovative Hightech-Schuhe

Zwei Wege, ein Ziel: Kraftübertragung auf Eis

Die Ingenieure verfolgten dabei laut einer Pressemeldung nun zwei unterschiedliche Entwicklungsansätze.

Die erste Variante nutzt die 3D-Drucktechnologie aus dem Automobilbau. Im Additive Manufacturing Campus entstehen metallene Spikeplatten, die computergestützt an die individuellen Schuhe der Athleten angepasst werden.

Die Befestigung erfolgt über die vorhandenen Gewinde der Sommerspikes – ein Wechsel ist dadurch auch kurzfristig möglich.

Die zweite Variante wurde gemeinsam mit Felix Straub, Anschieber im Bobteam Friedrich, entwickelt. Hier kommen Edelstahlnägel zum Einsatz, die in eine gefräste Nylonsohle eingebracht und auf dem Sprintschuh befestigt werden.

Der Härtegrad lässt sich mittels Kunststoff-Stützstruktur präzise einstellen. Die Nägel durchlaufen dabei ein spezielles Härtungsverfahren, die Plasmanitrierung, das BMW auch bei Kurbelwellen für Motorradmotoren und im Motorsport einsetzt.

Bob und Skeleton - innovative Hightech-Schuhe
Bob und Skeleton – innovative Hightech-Schuhe

Individuelle Anpassung statt Einheitslösung

Jeder deutsche Athlet kann nun zwischen beiden Systemen wählen und zusätzlich seinen bevorzugten Leichtathletik-Sprintschuh nutzen.

Die Individualisierung ermöglicht eine optimale Kraftübertragung auf das Eis – genau dort, wo im Bob- und Skeletonsport über Sieg und Niederlage entschieden wird.

Unter dem Strich zeigt die neue Technologie exemplarisch, wie Know-how aus anderen Bereichen den Spitzensport voranbringen kann.

Ob sich die Innovation in schnelleren Startzeiten und besseren Platzierungen niederschlägt, wird sich in den kommenden Wochen bei den Wettkämpfen in Norditalien zeigen…

Sierks Media / © Fotos: BMW Group

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