Es gibt Reisebegleiter, die man erträgt, und solche, die man sehr gerne vorzeigt. Der Rimowa Koffer gehört seit Jahrzehnten zur zweiten Kategorie.
Die feinen Rillen, das dezente Logo und das leise Klacken der Verschlüsse: Wer ihn am Flughafen über den Boden rollt, braucht keine Erklärung.
Dass ein Gepäckstück so viel Gesprächsstoff liefert, hat mit Handwerk, Geschichte und einem erstaunlich guten Gespür für Zeitgeist zu tun.
Die Geschichte hinter den Rillen
Die Anfänge liegen im Jahr 1898, als in Köln ein Familienbetrieb begann, Holzkoffer zu fertigen. Der Wendepunkt kam 1937 mit dem ersten Koffer aus Aluminium, einem Material, das damals vor allem aus dem Flugzeugbau bekannt war.
Die charakteristischen Längsrillen wurden von den Wellblechen der Junkers F13 inspiriert und sind bis heute das Erkennungszeichen der Marke. Sie sind keine Dekoration, sondern verleihen der Hülle Stabilität bei geringem Gewicht.
Seit 2016 gehört Rimowa zur LVMH-Gruppe, was dem Label eine neue Bühne verschafft hat, ohne den Kern anzutasten: Die Fertigung in Deutschland spielt weiterhin eine zentrale Rolle, und die Formensprache blieb erstaunlich konsequent.
Aluminium, Polycarbonat und das Prinzip Patina
Rimowa denkt in zwei Materialwelten. Aluminium steht für das Original: robust, kühl, mit der Zeit gezeichnet von Kratzern und Dellen. Genau das gilt unter Vielreisenden nicht als Makel, sondern als Biografie. Jede Macke erzählt von einem Umstieg in Singapur oder einem verregneten Wochenende in Lissabon.
Polycarbonat dagegen ist leichter, flexibler und in vielen Farben erhältlich. Wer lieber unauffällig reist, greift zu Schwarz oder Silber, wer Akzente mag, findet Töne von Pastell bis Knallrot.
Die Entscheidung zwischen beiden ist weniger eine Frage der Qualität als des Reisetypus: Aluminium für alle, die ein Stück fürs Leben wollen, Polycarbonat für jene, die jedes Gramm zählen.
Größen, die zum Reisestil passen
Die Auswahl beginnt bei der Frage, wie lange man unterwegs ist. Die Cabin-Größe passt in die Gepäckfächer der meisten Airlines und genügt für drei bis vier Tage, vorausgesetzt, man packt mit Konzept.
Für ein bis zwei Wochen empfiehlt sich der Check-in M, wer länger bleibt oder Garderobe für mehrere Anlässe braucht, wählt die größere Variante. Praktisch sind die Details, die man erst im Alltag schätzt: das Multiwheel-System mit leisen, wendigen Rollen, die TSA-Schlösser für Reisen in die USA und das durchdachte Innenleben mit Kompressionsgurten.
Auch Rimowas Reparaturservice zählt zu den Argumenten, denn defekte Rollen oder Griffe lassen sich austauschen, statt das gesamte Stück zu ersetzen.

Der Koffer als Accessoire
Dass Gepäck zum Teil des Outfits geworden ist, zeigt sich auf jedem Flughafen. Ein Rimowa passt zum Trenchcoat ebenso wie zum Hoodie, und genau darin liegt sein Reiz.
Er funktioniert als Understatement, das dennoch erkannt wird. Kooperationen mit Designern, Streetwear-Labels und Künstlern haben das Image zusätzlich aufgeladen und Sammlerstücke hervorgebracht, die auf dem Zweitmarkt beachtliche Preise erzielen.
Wer den Look durchdenkt, kombiniert den Koffer mit passenden Begleitern: einer klassischen Lederhandtasche etwa, wie sie Häuser wie Celine, Dior oder Chanel seit Generationen definieren, oder mit einem Weekender aus Canvas für den Kurztrip. Der Reiz liegt im Mix: ein zeitloser Koffer, dazu ein Detail mit Überraschungseffekt, etwa ein Seidentuch am Henkel.
Wo man Rimowa kaufen sollte
Bei Luxusgepäck ist die Echtheit keine Nebensache. Der Markt für Fälschungen ist groß, und gerade ein Koffer, der Jahre halten soll, verdient eine verlässliche Bezugsquelle.
Die Plattform 24S, der offizielle E-Commerce-Auftritt von LVMH mit Sitz in Paris, führt authentische Modelle und ein kuratiertes Sortiment aus Mode, Lederwaren und Accessoires. Wer dort einen Rimowa Koffer auswählt, bekommt ein Original aus erster Hand und kann ihn gleich mit passenden Stücken anderer Häuser kombinieren.
Auch Celine- und Louis-Vuitton-Artikel finden sich dort in authentischer, exklusiver Auswahl, ergänzt durch die sogenannten „Ultimates“, seltene Louis-Vuitton-Stücke aus früheren Kollektionen.
Pflege und Wertentwicklung
Ein Aluminiumkoffer verlangt wenig: ein feuchtes Tuch, gelegentlich ein mildes Reinigungsmittel, bei Bedarf etwas Politur für den Glanz. Wer die Patina mag, lässt es einfach sein. Polycarbonat verzeiht Kratzer weniger sichtbar, lässt sich aber ebenso leicht reinigen. Lagert man das Gepäck trocken und mit geöffneten Verschlüssen, bleiben Dichtungen und Mechanik lange in Form.
Über die Jahre rechnet sich die Anschaffung: Rimowa-Koffer halten sich im Wiederverkauf vergleichsweise stabil, vor allem klassische Aluminiummodelle und limitierte Editionen. Der Rimowa Koffer verbindet Funktion mit direkt sichtbarem Style.
Er ist kein Trend, der nach einer Saison verschwindet, sondern ein Stück, das mit seinem Besitzer älter wird. Wer ihn mit Bedacht auswählt, beim richtigen Händler kauft und ihn ruhig ein paar Kratzer sammeln lässt, bekommt einen Begleiter, der jede Reise besser aussehen lässt.
Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: godongphoto (1), teamtime (1), de.depositphotos.com
Auf einen Klick: ▶ Luxus | ▶ Mode | ▶ Auto | ▶ Schönheit | ▶ Reise | ▶ Stil | ▶ Trend
Unsere Artikel sind kostenlos. Unsere Arbeit nicht 🤍
Ihnen gefällt das Shots Magazin? Mit einer kleinen PayPal-Spende (zum Beispiel für einen Drink) sichern Sie unsere redaktionelle Unabhängigkeit.
Jeder Beitrag hilft uns direkt.
▶ Redaktion vom Shots Magazin unterstützen und einen Drink ausgeben...













