Leere Hotelzimmer, verwaiste Tagungssäle, geschlossene Restaurants und Gasthäuser – auch der zweite Lockdown trifft Deutschlands Hoteliers, Gastronomen und Caterer wieder mit aller Härte.


Viele Betriebe befinden sich am Rande ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit – jedem dritten Unternehmen im Gastgewerbe droht nach aktuellen Schätzungen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in den kommenden Monaten das Aus. Bayerns führende Hotelfachschule rät Mitarbeitern und Betrieben deshalb gerade jetzt zu verstärkten Investitionen in Wissen.

„Denn Qualität sowie gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte dürften sich auch in einem schwierigen Arbeitsmarktumfeld weiterhin durchsetzen – und auch den Wechsel in eine andere Branche oder in Stellen abseits der klassischen Gastronomie erleichtern“, sagt Petra Mayer, Leiterin der Eckert-Hotelfachschulen in Regenstauf vor den Toren Regensburgs.

Seit dem Frühjahr registriert sie bereits ein deutlich wachsendes Interesse an den Aufstiegsfortbildungen. Viele Betriebe befinden sich am Rande ihrer wirtschaftlichen Belastbarkeit: Allein zwischen März und August beklagten sie Umsatzeinbrüche von rund 40 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten in der Gastronomie und Hotellerie ging um rund ein Fünftel zurück.

Die aktuelle Schließung lässt die Stimmung in der Branche weiter sinken: Mehr als 60 Prozent der gastgewerblichen Unternehmer fürchten nach Dehoga-Zahlen um ihre Existenz. Der Verband fürchtet eine „Pleitewelle unbekannten Ausmaßes“. Bis zu 70.000 Betriebe werden die Krise nicht überleben und in anderen werden zahlreiche Stellen, zumindest vorübergehend, verlorengehen.

Gute Gastgeber sollten trotz Corona investieren
Gute Gastgeber sollten trotz Corona investieren

„Wann die Branche wieder das Niveau vor der Krise erreicht, ist derzeit nicht absehbar“, sagt auch Petra Mayer, Leiterin der Schule in Regenstauf. Dort werden seit mehr als vier Jahrzehnten Fach- und Führungskräfte in den Bereichen der Gastronomie und Hotellerie ausgebildet. Die Talenteschmiede gilt seit Jahren als eine der besten ihrer Art in Süddeutschland.

Fest steht für die Schulleiterin aber auch: „Gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte werden sich auch in einem schwierigen Arbeitsmarktumfeld weiterhin durchsetzen“, sagt Mayer.

Und weiter: „Bereits vor der Krise haben wir gespürt, dass das Bewusstsein für Qualität steigt und dass neben den großen Betrieben zunehmend auch gerade mehr und mehr familiengeführte Hotels und Restaurants erkennen, dass der Qualitätsanspruch gut ausgebildete Mitarbeiter erfordert“, sagt sie.

Besonders Küchenchefs, Gastro- und Hotel-Manager, die das operative Geschäft am Gast kennen und Management-Qualitäten mitbringen, würden auch künftig besonders gefragt sein.

„Immer mehr Betriebe und Beschäftigte erkennen, dass es sich lohnt, die aktuell schwierige Zeit für eine Weiterbildung zu nutzen, die völlig neue Karrieremöglichkeiten innerhalb und außerhalb der Gastronomie und Hotellerie eröffnet“, betont sie.

Zu den an der ostbayerischen Hotelfachschule in der Krise besonders gefragten Aufstiegsfortbildungen gehören der Staatlich geprüfte Hotelbetriebswirt, die Weiterbildung zum Küchenmeister sowie Lehrgänge zum Restaurantmeister IHK und zum Hotelmeister IHK.

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Shots Magazin / © Fotos: Austin Distel, Unsplash / Quelle: obx-news

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