Der aktuelle Lockdown bedeutet für den stationären Modehandel ein Fiasko. Denn die Schließung der Boutiquen, Schuh- und Lederwarengeschäfte sowie Mode- und Warenhäuser hat neben erheblichen Umsatzausfällen auch das Warenproblem der Branche nochmals deutlich verschärft.


Durch den jetzigen Lockdown wird nach Berechnungen der Handelsverbände Textil (BTE), Schuhe (BDSE) und Lederwaren (BLE) der ohnehin bereits im gesamten Jahr 2020 arg gebeutelte, stationäre Fashionhandel nochmals rund sechs Milliarden Euro an Umsatz verlieren.

Weitere Berechnungen der drei Handelsverbände ergeben, dass sich bis zum voraussichtlichen Schließungsende am 10. Januar 2021 ein riesiger Berg von rund 300 Millionen Teilen unverkaufter Modeartikel auftürmen wird.

Erschwerend hinzu kommt, dass die Läger der Modehändler bereits mit unverkäuflicher Frühjahrsware noch gut gefüllt sind. „Für viele Unternehmen unserer Branche wird dies ein Schicksalsschlag sein, von dem sie sich nur schwerlich oder sogar überhaupt nicht mehr erholen werden können“, berichtet BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels.

Modehandel: Berge unverkaufter Ware
Modehandel: Berge unverkaufter Ware

Pangels meint weiter: „Die Politik kann und darf daher nicht weiter die Augen vor diesen existenziellen Problemen des Modehandels verschließen und muss die Branche mit direkten und angemessenen Hilfen fördern. Neben finanziellen Sofort- und Überbrückungshilfen brauchen wir auch eine gesonderte Unterstützung für die Warenüberhänge.“

Er sagt: „Verbesserte Abschreibungen auf den Warenbestand helfen der Branche dabei nicht weiter, da dies Gewinne voraussetzt. Wir dürfen bei den Unterstützungs- und Förderhilfen nicht schlechter gestellt werden als andere Branchen. Die Ungleichbehandlung muss ein Ende haben – und das möglichst schnell.“

Sollten Gelder erst mit zeitlichen Verzögerungen von Monaten fließen, dann wäre es für viele Modehändler bereits zu spät.

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Shots Magazin / © Fotos: Chris Reyem (1), Henry & Co. (1), Unsplash

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Rubriken: Fashion