Ferrari hat sein erstes vollelektrisches Auto vorgestellt. Der neue Luce, italienisch für „Licht“, kommt exakt so rüber: Es ist nicht mehr ganz so viel Licht bei Ferrari an.


Es fehlen einem einfach nur die Worte. Aber gut – hier sind die Fakten: Eigentlich sollte das E-Auto mit mehr als 60 neuen Patenten, vier Elektromotoren, 1.050 PS und 990 Newtonmetern beeindrucken.

Spott pur

Ferrari Luce
Ferrari Luce

Doch statt Gänsehaut gab es vor allem eines: extrem massiven weltweiten Spott.

Der erste viertürige Fünfsitzer der Marke wiegt satte 2.260 Kilogramm, sprintet in 2,5 Sekunden auf 100 km/h und schafft 310 km/h Spitze. Auf dem Papier klingt das okay.

Wenn nur dieses schlimme Aussehen nicht wäre. In den Kommentaren auf Social Media wirkt es jedenfalls wie der Versuch des Herstellers, eingefleischten Ferrari-Fans einen Hightech-Kühlschrank mit Strom-Adapter als neue Automobil-Ikone zu verkaufen.

Absolutes Stirnrunzeln

Ferrari Luce
Ferrari Luce

Denn vor allem optisch sorgt der Luce für Häme. Das neue Modell wird in der Kritik teils als Verlust der Ferrari-DNA gesehen, manche Spottnamen klingen eher nach Elektroschrott als nach Supersportwagen.

Innen wird es mit Displays, schwenkbarem Bedienpanel und digital-mechanischem Cockpit nicht besser: Für Traditionalisten sieht das alles mehr nach Mainstream als nach rotem Luxus-Mythos aus.

Dazu kommen die typischen Ferrari-Zutaten, die man elektrisch nicht imitieren kann: Gänsehaut, Emotionen und Drama. Ein Sounddesign soll das Feeling erzeugen, doch gegen den klassischen V12-Klang wirkt die Fake-Akustik schnell wie ein billiger Klingelton.

Börse nervös

Ferrari Luce
Ferrari Luce

Als wäre der öffentliche Spott nicht schon genug, geriet natürlich auch die Aktie unter Druck. Der Markt scheint das elektrische Produkt nicht ganz so euphorisch zu feiern wie Ferrari selbst, um es vorsichtig auszudrücken.

Statt Zukunftsrausch gab es zunächst eher Blockade, Nervosität und Verkaufsdruck. Unter dem Strich zeigte Ferrari mit dem Luce zwar einen technisch hochgerüsteten Stromer.

Aber ist das noch ein echter Ferrari – oder schon wieder ein Trauerfall mit Batterie? Und warum haben sich die europäischen Autohersteller diesen ganzen Elektrozwang überhaupt angetan? So geht zukünftig nicht nur in Maranello das Licht aus…

Sierks Media / Shots Magazin / © Fotos: Ferrari

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