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Egal, ob brauner oder weißer Rum, würzig oder fruchtig — beim Stichwort „Rum“ schleicht sich nicht selten sofort Lust auf leckere Gaumenfreuden ein.

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Es entsteht bei vielen der Gedanke nach dem Geschmack. Um ihn zu erleben, muss man vorher Rum kaufen oder an der Bar einen perfekt zubereiteten bestellen.

Herkunft und Geschichte des Rums

Der Name „Rum“ leitet sich wohl aus dem englischen Dialektwort „rumbullion“ ab, welches Aufruhr beziehungsweise Tumult bedeutet. Die Entdeckung des Rums geht auf das 17. Jahrhundert zurück.

Es musste erst eine geraume Zeit vergehen, bis sich eine Edelspirituose daraus entwickelte, die Whiskey oder Cognac durchaus ebenbürtig war: Richtige Bedeutung gewann Rum erst im 19. Jahrhundert.

Den Verkauf von Rum beflügelte auch die Knappheit anderer Spirituosen extrem. Hier spielten die besonderen Probleme im Kontext mit der Reblaus eine entscheidende Rolle: Zwischen 1865 und 1885 kam es zur Zerstörung großer Areale der französischen Weinbaugebiete.

Da kam es gerade recht, dass sich in Europa im 19. Jahrhundert die Fabrikation von Zucker – direkt aus Zuckerrüben – etablierte. In der Folge entfiel der Import von den Kanarischen Inseln.

Mitte des 19. Jahrhunderts hob der Gründer von Bacardi, Facundo Bacardi Massó, einen extrem milden Rum aus der Taufe, der schnell Europa eroberte. Im 20. Jahrhundert war Rum endgültig in der Premiumspirituosen-Liga angekommen.

Brauner Rum versus weißen Rum

Keine Frage: Die Farbe des Rums erweist sich oftmals als erster Anhaltspunkt für dessen Qualität. Doch der optische Eindruck kann auch schon mal in die Irre führen. Die Hersteller oder Abfüller vermögen nämlich die Farbe via Zuckercouleur sowie Aktivkohlefilter nachträglich zu verändern.

So kann bei weißem Rum durch Zuckercouleur eine nicht unattraktive, braune Färbung erzielt werden. Demgegenüber kann braunem Rum mit verschiedenen Filtermethoden, zum Beispiel Aktivkohlefilter, die Farbe auch wieder entzogen werden.

Rum als Mixgetränk

Damit wird deutlich, dass die Farbe allein keine hinreichende Auskunft in puncto Qualität und Reifedauer bietet.

Ungereifter Rum

Bei ungereiftem weißen Rum erfolgt im Gegensatz zu gereiftem Rum nach der Destillation keine Reifung in Holzfässern, stattdessen vielmehr eine Lagerung in Stahltanks. Durchschnittlich ist von drei bis 30 Monaten Lagerungsdauer auszugehen.

Angestrebt wird eine möglichst kurze Lagerung — damit soll verhindert werden, dass der Anteil des sogenannten „Angel‘s Share“ (also der Anteil, welcher bei der Lagerung verdunstet) nicht besonders groß wird.

Während dieser Zeit harmonisiert der Rum. Es kommt zum Verdunsten restlicher Fuselöle. Als Ergebnis entsteht ein weißer Rum, welcher einen weitaus harmonischeren und ausgeglicheneren Geschmack aufweist als das frische und ungenießbare Destillat.

Aus diesem Grund eignet sich ungereifter Rum vor allem zum Mixen von Cocktails wie auch Longdrinks. Für Genießer, die eher Rum pur trinken möchten, empfiehlt sich ungereifter Rum eher nicht.

Gereifter Rum

In der Kategorie des gereiften Rums finden wir zumeist qualitativ hochwertigere Rums, die durch eine aufwendigere Herstellung gekennzeichnet sind. Sie entstehen via fein abgestimmtem Verhältnis von Lagerungszeit, Holzfass sowie Klima.

Erfolgt also kein Aufpeppen der Rum-Farbe, ist sie Ergebnis des intensiven wie auch jahrelangen Austauschs von Holz und Destillat. Die Farbe kann sich hin zu einem gelben, bernsteinfarbenen Farbton, sogar einem Kupfer-, Bronze- beziehungsweise Mahagoniton entwickeln.

Mit zunehmender Dauer der Reifezeit im Fass entwickelt sich ein immer dunklerer Farbton. Brauner Rum weist eine mindestens dreijährige Lagerungsdauer auf. Rums, besonders hoher Qualitätsstufen, weisen eine Verweildauer von bis zu 40 Jahren im Holzfass auf.

Der relativ hohe Preis resultiert u.a. aus dem hohen „Angel‘s Share“, welcher bei bis zu 13 Prozent jährlich liegt.

Reifung im Holzfass

Die Reifung im Holzfass verleiht dem Rum seinen individuellen Charakter. Den Reifeprozess kann man als interaktiv bezeichnen — es kommt immerhin zum Austausch zwischen Holz wie auch Spirituose. Nicht erwünschte Aromen, vor allem durch Fuselöle verursacht, erfahren einen Abbau.

Demgegenüber kommt es zu einer Interaktion zwischen Alkohol und Holz. Diese bewirkt, dass der Alkohol zum Beispiel feine Aromen von Karamell und Vanille herauslöst. Dieses Zusammenspiel befindet sich in einem überaus empfindlichen Gleichgewicht.

Verschiedene Faktoren bedingen dieses. Dazu gehören zum Beispiel Umgebungstemperatur, Klima, wie auch Fasstyp, Holz, dazu Beschaffenheit des Ausgangsdestillats. Letztlich resultiert daraus auch eine endlose Bandbreite diverser Nuancenunterschiede hinsichtlich Geschmacks, Farbe wie auch Bouquet.

Am Ende offenbart sich dem Genießer eine vielfältige Welt, die einmal eher mild, ein anderes Mal eher kraftvoll sein kann. Gemäß den unterschiedlichen Herkunftsländern variieren auch die fertigen Destillate.

Also, wenn Sie Rum kaufen und trinken, dann können Sie Ihre Favoriten entdecken…

Shots Magazin / © Fotos: Fesenko (1), bhofack2 (1), de.depositphotos.com

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