Paloma Picasso: Stil liegt nicht in der Luft

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„Jemand rief mich an und fragte, was ich von Picasso halte. Ich habe geantwortet, dass ich nie über Picasso nachgedacht habe, ich denke nur an Paloma.“ Das sagte einst niemand Geringeres als Andy Warhol über die Tochter des berühmten spanischen Malers.

Paloma Picasso (68) zählte nicht nur zu den engsten Freunden des exzentrischen Pop-Art-Künstlers, sondern war auch vorübergehend seine Muse, die mit dem Licht des unheilvollen Namens glänzte. Talent und Ausdruckskraft sicherten ihren Status als Ikone und erfolgreiche Designerin.

Geboren wurde Paloma Picasso als Ann Paloma Gilot am 19. April 1949 im französischen Vallauris. Erst Ende der 1960er Jahre erhielten sie und ihr Bruder den Nachnamen des berühmten Vaters. Obwohl dieser einer der bedeutendsten Maler des 20. Jahrhunderts war, wollte Paloma nicht in seine Fußstapfen treten. Dennoch blieb Kunst ein wichtiger Teil ihrer Welt. Auch wurde das Mädchen wiederholt von ihrem Vater porträtiert, unter anderem im Bild „Paloma l‘orange“ im Jahre 1951.

Paloma Picasso Parfums
Paloma Picasso Parfums

Bereits als Kind interessierte sich Paloma für Schmuck. Sie konnte sich stundenlang auf Flohmärkten aufhalten, stets auf der Suche nach den schönsten Steinen mit den außergewöhnlichsten Formen und Farben, die sie verwendete, um ihren eigenen Schmuck herzustellen. Ihre Kreationen zeigte sie ihrem Freund Yves Saint Laurent, der daraufhin vorschlug, eine Kollektion zu begleiten. 1971 ergatterte sie darüber hinaus einen großen Auftrag des griechischen Schmuckherstellers Zolotas.

Die Arbeit brachte ihr große Anerkennung und stellte ihr authentisches Potential heraus. Endlich trat die junge Frau aus dem Schatten ihres Vaters und gewann mehr Vertrauen als Designerin. 1980 schlossen sich Schmuckentwürfe für Tiffany & Co. an. Kurz danach wurden Schmuck, Sonnenbrillen, Parfüms, Geschirr, Bettwäsche, Bestecke und diverse Textilien sowie Kosmetika unter ihrem eigenen Markenzeichen vertrieben. Sie ist Gründerin des Modelabels Paloma Picasso Lunettes.

Mit ihrer Exzentrizität, ihrem Mut und ihrer Originalität hat sie sich einen Namen in der künstlerischen Welt gemacht. Schnell wurde sie zum Sinnbild für Glamour und Retro-Ästhetik. Als Designerin war sie konsequent in der Art und Weise, Entscheidungen zu treffen. Einst soll sie gesagt haben: „Manchmal verlasse ich das Haus, nur um Brötchen zu holen und kleide mich dennoch sehr schick. Ich kleide mich für mein eigenes Vergnügen an.“

Paloma Picasso
Paloma Picasso

Picasso besitzt das, was die Franzosen „jolie laide“ nennen. Frauen, die mit diesem schwer zu definierenden Merkmal ausgestattet sind, passen nicht unbedingt in den anwendbaren Schönheitskanon, sondern gehen wegen ihres Charakters und ihrer Gegenwart über modische Konventionen hinaus und sind viel beeindruckender als die klassische Schönheit.

Über ihren bedeutenden Einfluss auf die Mode der 1970er, 1980er und 1990er Jahre schrieb Anne Stegemeyer im dritten Teil des Buches „Who’s Who in Fashion“. Sie war 21 Jahre lang mit dem argentinischen Geschäftsmann Rafael Lopez-Cambil verheiratet. Bald nach der Scheidung heiratete sie den französischen Arzt Eric Thevenet. Die Designerin lebt seit 2001 in Lausanne in der Schweiz.

Paloma Picasso, berühmtes Zitat: „Stil ist nicht etwas, was in der Luft liegt. Es ist etwas, das Du hast und auf Dich selbst anwendest.“

Quelle: fashionpress.de / Fotos: Wikimedia Commons, Eduardo Correa, Public Domain (1), Wikimedia Commons, Public Domain (1)

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