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Sandy ging im jungen Alter von 18 Jahren mit dem Traum, Windsurflehrer zu werden, nach Australien. Obwohl er seine Zeit dort genoss, zwangen ihn der gesellschaftliche Druck und die Erfolge seiner Altersgenossen in der Heimat zur Rückkehr ins Vereinigte Königreich.

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Er nahm eine leitende Position an, in der Hoffnung, sich ein stabiles Leben aufzubauen. Doch die hohen Erwartungen und der Vergleich mit Freunden, die sich ein Haus kauften und sesshaft wurden, machten ihm zu schaffen.

Im Alter von 29 Jahren befand er sich an einem persönlichen Tiefpunkt, der ihn dazu brachte, seinen Job zu kündigen.

Diese Geschichte ist nicht nur bei Sandy zu beobachten. Eine beträchtliche Anzahl von Millennials, vor allem Männer, durchleben eine sogenannte „Quarter-Life-Crisis“.

Eine Studie von LinkedIn aus dem Jahr 2017 ergab, dass 72 % der Millennials das Gefühl hatten, eine solche Krise erlebt zu haben.

Diese Phase, die typischerweise zwischen Mitte zwanzig und Anfang dreißig auftritt, ist durch eine intensive Selbstbeobachtung, eine Neubewertung von Lebensentscheidungen und häufig durch nachteilige Vergleiche mit Gleichaltrigen gekennzeichnet.

Zwar sind auch Frauen vor dieser Krise nicht gefeit, doch Daten des britischen Amts für nationale Statistiken zeigen einen besorgniserregenden Trend: Etwa drei Viertel der 2019 registrierten Selbstmordfälle sind auf Männer zurückzuführen.

Diese alarmierende Statistik deutet darauf hin, dass junge Männer mehr als bisher angenommen mit Gefühlen der Unzulänglichkeit zu kämpfen haben könnten.

Ein anderer, Alex, berichtete von einem psychischen Zusammenbruch in seinen frühen Zwanzigern, der durch die Pandemie noch verschlimmert wurde. Der Ausbruch von Covid-19 und die anschließenden Abriegelungen verstärkten bei vielen die Gefühle von Angst und Furcht.

Nathaniel Oke, ein klinischer Psychotherapeut, betonte, dass die Pandemie die Sterblichkeit vor allem für junge Männer in den Vordergrund rückte. Wirtschaftliche Herausforderungen und gesellschaftliche Erwartungen an die Männlichkeit verstärkten diese Gefühle noch.

Foto: Die "Quarter-Life Crisis" und ihre Auswirkungen auf Millennial-Männer.

Nana, ein 37-jähriger Mann, sprach über den zusätzlichen Druck, den man als behinderter farbiger Mann in Großbritannien verspürt. Kulturelle Erwartungen und Vergleiche in sozialen Kreisen führen oft zu Gefühlen der Scham und Unzulänglichkeit.

Das Alter von 25 Jahren ist zu einem wichtigen Meilenstein geworden, der mit gesellschaftlichen Erwartungen verbunden ist. Hilda Burke, eine klinische Psychotherapeutin, stellt fest, dass häufig Ängste entstehen, wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie bestimmte Ziele bis zu diesem Alter nicht erreicht haben.

Der allgegenwärtige Einfluss der sozialen Medien verschlimmert diese Gefühle noch, da junge Männer ihre Leistungen oft mit denen Gleichaltriger vergleichen.

Die moderne Partnersuche, die sich weitgehend auf das Internet verlagert hat, erhöht den Druck zusätzlich. Das äußere Erscheinungsbild hat an Bedeutung gewonnen, und viele fürchten, allein aufgrund ihres Aussehens zurückgewiesen zu werden.

Erobella, eines der neuesten Online-Sexportale in Deutschland, führte kürzlich eine Umfrage durch, die zeigte, dass dies besonders für männliche deutsche Millennials gilt.

Nathaniel Oke betont, wie wichtig es ist, Männlichkeit nach eigenen Maßstäben neu zu definieren und sich Unterstützung zu suchen, sei es durch eine Therapie oder eine unterstützende Gruppe von Freunden.

Das Erkennen und Ansprechen dieser Gefühle ist entscheidend. Sowohl Alex als auch Sandy haben Schritte in diese Richtung unternommen, indem sie Podcasts mit dem Schwerpunkt auf der psychischen Gesundheit von Männern erstellt haben, die eine Plattform für offene Diskussionen bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die „Quarter-Life-Crisis“ für Männer der Jahrtausendwende ein großes Problem darstellt.

Gesellschaftlicher Druck, wirtschaftliche Herausforderungen und der Einfluss der sozialen Medien spielen eine Rolle bei der Verstärkung von Gefühlen der Unzulänglichkeit.

Mit Bewusstsein, Unterstützung und offenen Gesprächen gibt es jedoch Hoffnung, diese Herausforderungen anzugehen und zu überwinden…

Shots Magazin / © Fotos: Dimaberlin, de.depositphotos.com

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